Mobil-Erfolg: Twitter, das bessere Facebook?

Es war zuletzt still geworden um den 140-Zeichen-Dienst – zu omnipräsent waren die (Negativ-)Schlagzeilen, die der Rivale Facebook in den vergangenen Monaten auf sich gezogen hatte. Twitter konnte das Kesseltreiben aus gut finanzierter Ferne verfolgen: Der Kurznachrichtenkanal braucht und will einen baldigen IPO gar nicht, stellte CEO Dick Costolo am Donnerstag gegenüber CNBC klar. Dabei hat Costolo die Trümpfe auf seiner Seite: Mobil erlöst Twitter längst doppelt so viel wie Facebook!

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Es war zuletzt etwas still geworden um den 140-Zeichen-Dienst – zu omnipräsent waren die (Negativ-)Schlagzeilen, die der große Social Media-Rivale Facebook in den letzten Monaten auf sich gezogen hatte. Twitter konnte das Kesseltreiben aus gut finanzierter Ferne gelassen verfolgen: Der Kurznachrichtenkanal braucht und will einen baldigen IPO gar nicht, stellte CEO Dick Costolo gestern gegenüber CNBC klar. Dabei hat Costolo die Trümpfe auf seiner Seite: Mobil erlöst Twitter längst doppelt so viel wie Facebook!
Für einige Monate sah es so aus, als wäre Twitter zu spät gekommen. Zu spät, um vom monströsen Hype zu profitieren, der dem Börsengang von Facebook vorausging und andere Social Media-Sternchen wie Groupon und Zynga im Vorfeld zu Startups mit einer zweistelligen Milliardenbewertung emporschießen ließ.
Facebook selbst kletterte am Tag des IPOs auf den zweiten Platz des Internet-Olymps: 120 Milliarden Dollar war das weltgrößte Social Network für einen Augenblick nach dem Handelsstart wert. Twitter-wer? Der 140-Zeichen-Dienst wirkte seiner 8,4-Milliarden-Dollar-Bewertung auf Basis der letzten Finanzierungsrunde wie ein Zwerg. 
Dick Costolo: "Keine Konzentration auf einen Börsengang"
Was für ein Unterschied ein paar Monate machen können! Facebook? Halbiert auf einen Börsenwert von 56 Milliarden Dollar. Groupon? Geviertelt auf drei Milliarden Dollar. Zynga? Gefünftelt auf von gerade mal zwei Milliarden Dollar. Twitter? Es sieht so aus, als wäre das Leben der gnadenlosen Kapitalmärkte nicht das Schlechteste. 
Entsprechend entspannt gab sich CEO Dick Costelo gestern gegenüber dem Finanznachrichtensender CNBC: "Die Twitter-IPO-Frage", legte sich Costolo das Thema genüsslich zurecht. "Das ist nichts, worauf wir uns aktuell konzentrieren." 
Twitter erlöst mobil bereits doppelt soviel wie Facebook
Warum nicht, erklärt der 49-Jährige im Anschluss: "Börsengänge sind dazu da, den Wachstum eines Unternehmens zu finanzieren. Wir beschäftigen uns derzeit eher mit Nutzerwachstum und darum, das bestmögliche Team zusammen zu stellen." In anderen Worten: Ein Börsengang käme viel zu früh.
Dabei kann Twitter nach Jahren ohne signifikante Erlöse inzwischen durchaus Umsätze vorweisen, die für eine gewisse Fantasie sorgen. 130 Millionen Dollar soll der 140-Zeichen-Dienst 2012 immerhin schon durch Werbeanzeigen auf mobilen Endgeräten erlösen, berichtete das Marktforschungsunternehmen eMarketer Anfang des Monats.
Das eigentlich Bemerkenswerte an den Geschäftszahlen: Die mobilen Werbeerlöse sind fast doppelt so hoch wie die von Facebook in diesem Jahr! "Das zählt, denn die Welt ist mobil vernetzt. Hier sind die Nutzer, und die wollen die Werbetreibenden hin", ist sich der Vermögensverwalter Eric Jackson sicher. 
Vermögensverwalter Eric Jackson: "Facebooks MySpace-Moment"
Jackson wagt daher in der Online-Ausgabe des Forbes Magazine die steile These: "Twitter ist damit schon größer als Facebook." Bzw. bezogen auf Facebooks mobile Werbeerlöse von 70 Millionen Dollar: "Zweimal so groß". Während das zwar mehr als 95 Prozent der Werbeeinnahmen über Facebooks Desktop-Version außer Acht lässt, sieht Jackson bereits einen anderen Vergleich heraufziehen: "Das ist Facebooks MySpace-Moment".
Man erinnert sich: 2007 lag das damals hoch gehypte soziale Netzwerk nach Nutzerzahlen turmhoch vor Facebook, ehe Mark Zuckerbergs Start-up den von Rupert Murdoch aufgekauften Platzhirsch gnadenlos auskonterte. "Das wirft die Frage auf, warum Twitter mit nur einem Siebtel der Nutzer von Facebook so leicht die doppelten Umsätze erzielen konnte, obwohl beide Management-Teams die Bedeutung von Mobile so viel früher als jeder Normalsterbliche erkannt haben?" gibt Jackson zu bedenken. 
Der Vermögensverwalter glaubt ebenfalls, dass Twitter Facebook im "Coolness-Faktor" überholt habe wie es mit MySpace 2007 mit Facebook passierte. Jacksons Folgerung: Noch vier Jahre, dann hat Twitter Facebook auch nach der Bewertung überholt. Die Voraussetzungen für einen Börsengang dürften dann zumindest stimmen. 

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