Die VIP-Gäste von Google und Bertelsmann

Publishing Zwei Weltkonzerne, zwei Hauptstadt-Parties, zwei recht unterschiedliche Agenden. Google feierte am Mittwoch die Eröffnung des neuen Berliner Büros – und die Gästeliste strotzte nur so vor Politikern, Verbandsfunktionären und anderen Medien-Entscheidern. Am Donnerstag ist nun Bertelsmann an der Reihe. Der Medienkonzern aus Gütersloh zelebriert ein paar hundert Meter entfernt in seiner Repräsentanz – und betont mit der Gästeliste vor allem seine Promi-Affinität.

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Doch zunächst zurück zur Adresse Unter den Linden 14, wo seit einiger Zeit Google sein Berliner Büro eingerichtet hat. Zur offiziellen Eröffnung am Mittwochabend wurde deutlich, wen diese Feier vor allem erreichen sollte: Entscheider aller Parteien, Verbands-Multiplikatoren, Vertreter der Medienanstalten. Die Gästeliste vermittelte die unterschwellige Botschaft: Wir sind poiltisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich relevant. Google muss derzeit um sein Image kämpfen und kann es sich nicht leisten, in ein paar Monaten als Weltverschlechterer dazustehen.

Annette Kroeber-Riel, die Leiterin der politischen Arbeit, verwies auf die Themen, bei denen Google eine Rolle spielt, von der Frage nach der Löschung des Mohammed-Videos auf YouTube bis zum Leistungsschutzrecht. Das neue Büro solle für "Offenheit und Transparenz" des Unternehmens stehen. Ein wenig bemüht wirkte der Versuch, Technik und Politik mit einem Google+ Hangout zu verbinden, bei dem Google-Topmanager Philipp Schindler, zugeschaltet von einer "wichtigen Strategiesitzung" aus dem Nappa Valley, fünf deutsche Politiker zu einem "Netzpolitischen Hangout" begrüßte und dabei gleich mit der Parteizugehörigkeit seiner Ansprechpartner durcheinander kam.

Eingeladene Gäste aus der Politik waren: Johannes Beermann (Chef der Staatskanzlei Sachsen und CDU-Medienpolitiker), Björn Böhning (Senatskanzlei Berlin, netzpolitischer Sprecher der SPD), Michael Grosse-Brömer (CDU-Bundestagsabgeordneter), Thomas Gruber (Chef der Landesvertretung Bayern in Berlin), Monika Grütters (CDU, Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Medien im Deutschen Bundestag), Birgit Homburger (FDP-Vizechefin), Siegfried Kauder (CDU-Bundestagsabgeordneter), Martina Krogmann (Leiterin der Landesvertretung Niedersachsen in Berlin, CDU), Hans-Joachim Otto (FDP, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft), Thomas Rachel (CDU, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung), Norbert Röttgen (CDU-Bundestagsabgeordneter), Bernd Schlömer (Bundesvorstand der Piratenpartei), Steffen Seibert (Leiter des Bundespresseamtes und Regierungssprecher), Lutz Stroppe (Staatssekretär im Bundesministerium für Familie), Eckart von Klaeden (CDU, Staatsminister bei der Bundeskanzlerin), Dagmar Wöhrl (CDSU-Bundestagsabgeordnete), Nicolas Zimmer (Wirtschafts-Staatssekretär im Berliner Senat).

Weitere Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Medien auf der Gästeliste: Rolf Berndt (Naumann-Stiftung), Michael Borchard (Adenauer-Stiftung), Hans Hege (Medienanstalt Berlin-Brandenburg), Jochen Homann (Bundesnetzagentur), Dieter Kempf und Bernhard Rohleder (beide Bitkom), Birgit Laubach (Böll-Stiftung), Holger Lösch (BDI), Ingolf Pernice (Humboldt-Institut), Roland Schmidt (Ebert-Stiftung). Von bekannten Internet-Unternehmern "schafften" es nur Markus Berger-de León (ehemals StudiVZ, heute Roombeats) und Marc Samwer auf die Liste. Als "Promis" im eigentlichen Sinn können auf der Liste nur Jette Joop, Oliver Korittke und Nora Tschirner zählen.

Ganz anders bei Bertelsmann, Unter den Linden 1: Dort sind in der Ankündigung ("Aufbruch in neue Märkte und Welten") vor allem Promi-Promis gelistet, also Menschen, die aus Funk und Fernsehen bekannt sind, und mit denen sich ein Inhaltekonzern wie der RTL-Eigentümer aus Gütersloh schmücken muss.

Dazu zählen: Wladimir Klitschko und Katarina Witt (Sport), Ulrike Folkerts, Ralf Moeller, Anna Thalbach, Hannes Jaenicke, Sebastian Koch, Heikko Deutschmann, Barbara Wussow, Bettina Zimmermann, Tina Ruland und Alexandra Neldel (Schauspieler), Günther Jauch, Hubert Burda und Maria Furtwängler ("Welt der Medien"), Sylvie van der Vaart, Maybrit Illner, Sabine Christiansen, Verona Pooth, Birgit Schrowange und Nazan Eckes (TV-Moderatorinnen), Franziska Knuppe (Model), Vicky Leandros, Sandra Nasic, Maite Kelly und Juli (Sängerinnen), schließlich Ute-Henriette Ohoven ("Charity-Lady").

Und weil Bertelsmann signalisieren will, dass man die digitale Revolution nicht so tief verschlafen hat, wie zuletzt berichtet wurde, werden Social Media VIP Reporter von dem Event berichten, werden sich "prominente Köpfe der Blogosphäre" (Sascha Lobo, Mario Sixtus) blicken lassen sowie die "Shooting-Starts der Youtuber-Szene", Y-Titty, auftreten.

Auch Politiker sind natürlich geladen, doch die kommen weiter hinten in der Aufzählung, darunter Wolfgang Schäuble (CDU), Philipp Rösler, Rainer Brüderle und Daniel Bahr (FDP), Klaus Wowereit (SPD), Claudia Roth und Jürgen Trittin (Grüne). 

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