„Klingt verdammt nach Schlag den Raab“

Fernsehen Am Montag stellten Markus Lanz und das ZDF das neue Showkonzept für das "Wetten, dass..?" der Post-Gottschalk-Ära vor. Vor der ersten Sendung am 6. Oktober sind sich Experten zu großen Teilen einig: Es sei keine Revolution, sondern eine Reformation des Show-Dinos. Lanz wird seine Stärken als Talkmaster einbringen und nicht versuchen, seinen Vorgänger zu kopieren. Im neu eingeführten Duell Lanz vs. Zuschauer sieht die Presse allerdings einen Abklatsch von "Schlag den Raab".

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Caroline Rudelt für Welt: "Viel war spekuliert worden, bereits Monate vor der Premiere am 6. Oktober in Düsseldorf. Nun ließ er sich offiziell in die Karten schauen. Fazit: Reform statt Revolution. Vor allem aber eine Rückbesinnung auf das Wesentliche der ZDF-Show – die Wetten."
Stern.de: "Das hat kein Frank Elstner gemacht, kein Wolfgang Lippertund auch kein Thomas Gottschalk: Als Erster der nun vier ‚Wetten, dass..?‘-Moderatoren will sich Markus Lanz mit seinem Publikum messen. In der Auftaktshow am 6. Oktober wird es zu einer ‚Lanz-Challenge‘ kommen, einem Duell Mann gegen Mann oder Mann gegen Frau. Ist das der Versuch des ZDF, das junge Publikum nach dem Vorbild von ‚Schlag den Raab‘ zu seiner angegrauten Wettshow zurückzuholen? Zumindest ist es ein deutliches Zeichen, dass Lanz manches anders als sein Vorgänger machen will."
Anne Burgmer für FR: "Es ist keine leichte Aufgabe, der Show ein neues Gesicht zu geben ohne dabei den Kern der Marke zu beschädigen. Revolutionär neu wird deshalb nichts bei ‚Wetten, dass ..?‘. Es sind viele kleine Änderungen, die der Show ein neues Erscheinungsbild geben sollen. Eines, das zu dem neuen Moderator passt. Immer wieder kommt Lanz auf seine Talkshow zu sprechen. Auf diesem Gebiet fühlt er sich sicher. Und dies Kernkompetenz will er auch für ‚Wetten, dass ..?‘ nutzen."
Ulli Tückmantel für RP: "ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler bleibt dagegen ernst: ‚Das ist das größte Programm-Projekt des ZDF in diesem Jahr.‘ Genau das ist das Problem für das Zweite Deutsche Fernsehen: Gelingt der Neustart der ältesten und noch immer erfolgreichsten TV-Show Europas nicht, versenkt der Sender seinen letzten großen Marken-Kern im Quoten-Nirvana unterhalb der Acht-Millionen-Marke, ist ‚Wetten, dass..?‘ für immer tot. Auch deshalb möchte das ZDF vergessen machen, dass Markus Lanz nach Hape Kerkeling (Absage Nummer 1) und Jörg Pilawa (Absage Nummer 2) nur die dritte Wahl des Mainzer Senders war."
S. Kuschel und S. Tews für Bild: "Neu in der Show: Bei Lanz gibt es jetzt ein Duell Moderator gegen Zuschauer – die sogenannte ‚Lanz Challenge‘! Das hat es in 199 „Wetten, dass ..?“-Sendungen nicht gegeben! Klingt verdammt nach der Erfolgsshow ‚Schlag den Raab‘ mit Stefan Raab!”
Felicitas Kock für Sueddeutsche.de: "Mit Markus Lanz, der sich für drei Jahre mit jeweils sechs Sendungen verpflichtet hat, will das ZDF seine Familien-Show verjüngen, so viel steht nach dieser Präsentation fest. Dass er nicht den Gottschalk geben wird, machte der neue Moderator dann auch auf der Pressekonferenz deutlich. Auf die Frage, was er bei der Premiere tragen werde, sagt er: ‚Wir haben nicht vor, alte Teppiche aufarbeiten zu lassen‘ – ein deutlicher Seitenhieb auf die extravaganten Outfits seines Vorgängers, den er jedoch schnell entschärfte: ‚Nur Thomas darf das. Er ist ein Paradiesvogel wie er im Buche steht. Bei mir würde es als Anbiederung verstanden.‘ In Gottschalks Fußstapfen wolle er nicht treten, die seien eindeutig zu groß."
Spiegel Online: "Vorbild für die lanzsche Moderationsperformance ist wohl eher der Pro7-Alleskönner Stefan Raab. Das angekündigte direkte Duell von Lanz gegen einen ganz normalen Menschen aus dem Hallenpublikum erinnert stark an "Schlag den Raab", wo sich Raab ebenfalls und seit Jahren höchst erfolgreich in schweißtreibende und kopfzerbrechende Kämpfe gegen Normalos begibt. Lanz, so ist zu erwarten, wird also wesentlich körperbetonter auftreten als sein Vorgänger – wofür schon der Altersunterschied von 19 Jahren spricht."

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