„Angespannte Lage“: Berliner Verlag spart

Publishing Nach der WAZ bestätigte am Mittwoch auch das Presse- und Medienhaus Berlin (PMB) einen Sparkurs. Der Verlag, zu dem u.a. Berliner Zeitung, Berliner Kurier und das Berliner Abendblatt gehören, prüfe Einsparmöglichkeiten, sagte Geschäftsführer Michael Braun auf Nachfrage von MEEDIA. Anders als vom Betriebsrat des Hauses verbreitet, gebe es noch keine konkreten Ergebnisse der Prüfungen. Grund für die Kostensenkungspläne sei eine "angespannte Lage" bei den Anzeigenerlösen.

Werbeanzeige

Alle Zeitungshäuser in Deutschland haben vermutlich im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang ihrer Anzeigenerlöse hinnehmen müssen. Vor allem Discounter wie Aldi schichteten ihre Werbebudgets um. Die Drogeriekette Schlecker ging in die Pleite, auch großen Anzeigenkunden wie der Metro-Gruppe geht es nicht blendend. Die leicht steigenden digitalen Werbeumsätze können das wegbrechende Print-Geschäft bisher nicht kompensieren. Vor diesem Hintergrund sind die Sparpläne bei PMB zu sehen, das zum Kölner Medienunternehmen M. DuMont Schauberg gehört. Am Nachmittag hatte auch die WAZ-Gruppe ähnliche Vorhaben bestätigt.

Sparpotenziale würden in Redaktionen wie im Verlag geprüft, erklärte Braun auf Nachfrage. Der Branchendienst kress hatte am Mittwoch über eine Reihe von Fragen berichtet, die der Betriebsrat des Verlags an die Geschäftsleitung gerichtet habe. Es gehe aber nicht ausschließlich um die Einsparung von Personalkosten, sondern auch um Sachkosten, so Braun. Etwas konkreter wird es am Donnerstag für die Mitarbeiter des Berliner Abendblatts. Die Anzeigenzeitung schreibt bereits seit einiger Zeit rote Zahlen, die Geschäftsführung hat die Belegschaft vor mehreren Wochen über anstehende Sparmaßnahmen informiert. Gespart werde, "um die Schließung der Zeitung" zu vermeiden, sagte Braun gegenüber MEEDIA. 

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige