iPhone 5: das Smartphone für die Welt

Endlich iDay: Seit mehr als sechs Wochen fieberten Apple-Anhänger diesem Tag entgegen - die neue Generation des iPhones wurde in San Francisco vorgestellt. Apple enttäuschte die Erwartungen nicht: Das iPhone 5 kommt als vollwertige Generalüberholung mit einem größeren Gehäuse, entsprechend leicht modifiziertem Design und jeder Menge technischer Verbesserungen daher. Doch der ganz große Wow-Effekt vergangener Keynotes von Steve Jobs fehlte. Die Aktie hielt sich trotzdem überraschend gut.

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Endlich iDay: Seit mehr als sechs Wochen fiebern Apple-Anhänger diesem Tag entgegen – die neue Generation des iPhones wurde in San Francisco vorgestellt. Apple enttäuschte die Erwartungen nicht: Das iPhone 5 kommt als vollwertige Generalüberholung mit einem größeren Gehäuse, entsprechend leicht modifiziertem Design und jeder Menge technischer Verbesserungen daher. Doch der ganz große Wow-Effekt vergangener Keynotes von Steve Jobs fehlte. Die Aktie hielt sich trotzdem überraschend gut. 

Wieder einmal war es so weit: Der Tag X, in Apple-Terminologie der iDay, war gekommen. Nach den überraschend schwachen Quartalszahlen Ende Juli hatte das Apple-Management wenige Tage später den Joker gespielt und die Gerüchte eines iPhone-Events am 12.September nicht unwesentlich selbst befeuert. Schon Mitte September würde es so weit sein – das war etwa ein Monat früher als im Vorfeld erwartet war.

Das Timing hatte Kalkül: Apple-CEO Tim Cook konnte sich kein weiteres enttäuschendes Quartal erlauben. Mit der rechtzeitigen Auslieferung des mit Abstand wichtigsten Produkts des Jahres dürfte Apple sein September-Quartal nun mehr als retten. Mit allein 8 Million verkauften iPhones rechnet etwa Apple-Staranalyst Gene Munster in den verbleibenden acht Tagen des Fiskaljahres 2012. 

iPhone: Ein vollwertiges Upgrade, das die Erwartungen erfüllt
Nachdem sich der Vorgänger iPhone 4S nur marginal von seinem Vorgänger iPhone 4 unterschied, waren die Erwartungen im Yerba Buena Center in San Fransisco entsprechend hoch. Und sie wurden nicht enttäuscht: Apple-CEO Tim Cook, ein Meister des operativen Geschäfts, lieferte in voller Bandbreite
Die bereits sechste Generation von Apples Smartphone-Bestseller heißt so wie erwartet: iPhone 5 – das hatte nicht zuletzt die Einladung zum Presseevent bereits angedeutet. Ein ganzes Upgrade also statt nur ein weiteres marginales Update. Und das fällt in Kurzform so aus: Leicht überholter Look, größeres Display, die Einführung des schnelleren Mobilfunkstandards LTE, bessere Rundumperformance und der Komfort unzähliger neuer Features des neuen mobilen Betriebssystem iOS 6. 
Größeres Display: Läuft Apple Samsung hinterher?
Notorische Apple-Kritiker werden anmerken, dass Apple mit dem iPhone 5 erstmals mit dem großen Rivalen Samsung nur gleichzieht. Die Südkoreaner hatten im vergangenen Jahr ihren rasanten Aufstieg nicht zuletzt durch das größere Display ihrer Erfolgssmartphones Galaxy S III und Note vollzogen. 
Nun ist also auch Apples Kulthandy gewachsen. Der wertvollste Konzern der Welt vollzieht damit nach mehr als fünf Jahren die erste wirkliche Modifizierung der bisher bestehenden iPhone-Linie. Obwohl es in der Form und Beschaffenheit des Gehäuses vom ersten iPhone auf das iPhone 3G (2008) und dann noch deutlicher vom iPhone 3GS zum iPhone 4 (2010) Sprünge in der Modell-Entwicklung gegeben hatte, blieb die Größe des iPhones stets gleich. Mit dem größten aller iPhones beginnt nun am 12. September 2012 so etwas wie eine neue Zeitrechung. 
iPhone – das Gütesiegel des guten Geschmacks im digitalen Zeitalter
Entsprechend selbstbewusst preist Apple sein neues Zugpferd an: Als "das Größte, was dem iPhone passieren konnte", wird das Kultsmartphone aus Cupertino ins Rennen geschickt. Die Muskelspiele kann sich der Techpionier leisten: Schon im Vorfeld scheint die Bereitschaft der Bestandskunden und bereitwilligen Switcher, das neue iPhone zu kaufen, so groß wie nie. 
Die Welt wartete auf das iPhone 5 – im Grunde wartete sie seit mehr als einem Jahr, als mit der kleinstmöglichen Evolution in Form des iPhone 4S doch eine größere Enttäuschung mitschwang. Dass Apple trotzdem zumindest für zwei Quartale Rekordabsätze in unerhörten Dimensionen verzeichnete, unterstreicht nur, wie begehrt die Marke iPhone geworden ist. Es ist das Gütesiegel des guten Geschmacks im digitalen Zeitalter, das profitabelste Produkt der Welt, der Porsche unter den Smartphones – da reichen manchmal eben auch nur ein paar PS mehr.  
iPhone 5 – ein Welterfolg mit Ansage 
Nun, da das ganze Chassis in edelstmöglicher Form generalüberholt wurde – wie Apples oberster Designvisionär Jonathan Ive genüsslich im Demovideo anhand des Titaniumgehäuses erklärt –, dürfte die Meute gnadenlos zuschlagen. Wer das iPhone 4 besitzt, hat nun nach dem Ablauf seines Zweijahresvertrags einen triftigen Grund zu einem vollwertigen Upgrade auf die nächste Modell-Generation. 
Und wer schon immer ein iPhone haben wollte, aber angesichts des Minimal-Upgrades des 4S zögerte – dessen Stunde ist nun gekommen. Neun Tage vor dem Verkaufsstart steht damit längst fest: Das iPhone 5 ist der vorprogrammierte Bestseller des Bestsellerkonzerns, ein Welterfolg mit Ansage, das Smartphone für eine immer besser vernetzte Welt im Facebook-Fieber, die längst süchtig nach geteilten Urlaubsfotos und allgegenwärtigen Checkins den Live-Charakter ihres Lebens in der Westentasche vibrieren spüren will – und zwar verziert mit einem Apfel-Logo. 
Tech-Welt fehlen Überraschungen beim Apple-Event
Gerade an dieser Profanität mag sich manche spitze Tech-Feder stören, die sich nach großen Überraschungen sehnte. iPhone 5? Bis ins kleinste Detail durch geleakte Fotos aus der Produktionskette zwischen Shenzen und San Francisco vorab bekannt. Die Anstrengungen, die Tim Cook aufbringen wollte, um Apples Privatsphäre besser zu schützen, dürfen durchaus als gescheitert gelten, wie sich der Business Insider schadenfroh feststellt
Allein: Geschadet hat es Apple bisher nicht, wie der legendäre iPhone 4-Prototyp oder die ziemlich akkurate Vorhersage des iPad 3 beweisen. Genauso wenig das Ausbleiben des aus der Steve Jobs-Ära fest verankerten ‚One more Thing‘-Moments: Keine Frage, der Wow-Effekt fehlte. Doch das war nicht das erste Mal in der in Nach-Steve-Jobs-Ära der Fall. Dass Apple dabei ist, ein normaleres, berechenbareres Technologie-Unternehmen zu werden, wie Pando Daily nochmals herausarbeitet, ist keine Neuigkeit.
Wall Street reagiert mit überraschender Rallye
Apple-CEO Tim Cook macht das, was er kann, mit absolutem Perfektionismus: Er liefert wie ein Uhrwerk. Und das reicht, bis es irgendwann nicht mehr reicht. Ob die Leute sich für das iPhone 10 ebenso fanatisch in die Schlange stellen werden, wie CNN Money in den Raum stellt, ist die 2-Billionen-Dollar-Frage des Jahres 2020. Am Freitag in einer Woche werden sie es zumindest tun. 
Dieser Meinung ist nicht zuletzt der härteste Richter der Geschäftswelt – die Wall Street. Im einem der überraschendsten Handelsverläufe der vergangenen Jahre legte die Apple-Aktie nach dem Ende der Keynote rasant zu und machte nicht nur den obligatorischen schnellen Ausverkauf nach dem unmittelbaren Ende des Events wett, sondern schloss nach einer 14-Dollar-Rallye in einer Stunde auf Tageshochs bei wieder 670 Dollar.

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