iPhone 5: Samsung stänkert gegen Apple

Marketing Liebste Feinde: Samsung und Apple sind sowas wie das Tom & Jerry der Mobile-Branche. Man kann nicht mit, aber auch nicht ohne. Ohne die Bauteile von Samsung wäre kein iPhone 5 denkbar. Ohne Apple würde Samsung also weitaus weniger Umsätze machen. Während man im Komponentenmarkt munter Milliarden scheffelt, macht man sich im Smartphone-Segment die Hölle heiß. Samsung wurde erst kürzlich zu einer Milliarde Dollar Strafe verdonnert. Jetzt revanchierten sich die Koreaner mit einer Anzeige.

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Der Stachel über den verlorenen Patentprozess scheint tief zu stecken: Unter dem Slogan "Es braucht kein Genie" lässt Samsung in einer einseitigen Printanzeige die Kontrahenten Galaxy S3 und iPhone 5 gegeneinander antreten. So viel kann man schon einmal vorwegnehmen: Es handelt sich dabei nicht um Werbung für das Samsung-Smartphone, sondern gegen das iPhone 5.

Das verliert auf den ersten Blick auf ganzer Linie, wie die Gegenüberstellung dem Betrachter weismachen will: Das Display ist kleiner, der Akku hält nicht so lange, außerdem ist weniger Arbeitsspeicher verbaut. Hinzu kommen etliche Funktionen, die die Liste der Features des S3 um einiges länger erscheinen lassen.

Erst auf den zweiten Blick fällt auf, dass die Liste des Samsung-Smartphones ein wenig “gestreckt” erscheint. So will das Unternehmen mit einer einfacher Screenshot-Funktion namens “Palm Swipe Capture” punkten, die das iPhone 5 auch beherrscht. Auch “S-Beam”, ein drahtloser Datenübertragungsstandard, wird angepriesen, ist aber nur von S3 zu S3 möglich. Zudem verfüge das iPhone 5 über einen “total andersartigen Anschluss”. Dass das iPhone 5 unter anderem dünner und leichter ist als der Fast-Fünf-Zoll-Bollide von Samsung, verschweigt man lieber.

Die Liste mündet in den alten Samsung-Claim “The next big thing is already here”. Es ist eine weitere Etappe in vielen Marketingattacken der Südkoreaner gegen den Konzern aus Cupertino. Schon im Vorfeld des Super Bowl 2012 brachte Samsung gleich mehrere TV-Spots, in denen man sich über die “Apple-Jünger” lustig machte. Das Ziel der “The next big thing”-Kampagne ließ sich schnell erklären: iPhone-Nutzern vorführen, wie wenig ihr Smartphone denn eigentlich kann (erster‘>, zweiter Spot).

Die Anzeige ist die Fortführung einer recht eindimensionale Kampagne, die deswegen so bizarr wirkt, weil sie sich über eventuelle Neukunden lustig macht. Während Apple seine Spots auf die Produkte reduziert, rückt Samsung den Apple-Kult in den Mittelpunkt seiner Kampagne. Dabei sollte sich das Unternehmen vielleicht besser darauf konzentrieren, Werbung für sein eigenes Smartphone zu machen. Denn unterdessen konnte Apple allein in den ersten 24 Stunden der Vorbestellungsphase zwei Millionen iPhone 5 absetzen.

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