Top 50: Das Umsatz-Ranking der Magazine

Publishing Bravo, Für Sie und Computer Bild sind die Umsatz-Verlierer des ersten Halbjahres. Das zeigt eine MEEDIA-Analyse aus Brutto-Vertriebs- und -Werbeumsätzen. Demnach büßte Springers Computer Bild 11,3% gegenüber dem Vorjahr ein, die Für Sie sogar 16,1% und die Bravo heftige 17,3%. Die Aufsteiger des Jahres sind bisher das TV-Supplement prisma, sowie die Kiosk-Titel Landlust und Grazia. Umsatzbringer Nummer 1 bleibt im deutschen Zeitschriftenmarkt Der Spiegel.

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135,9 Mio. Euro setzte Der Spiegel nach MEEDIA-Berechnungen im ersten Halbjahr brutto am Kiosk, im Abo und mit Werbung um. Das sind zwar 3,3% weniger als ein Jahr zuvor, doch da der schärfste Verfolger stern sogar 8,2% einbüßte, baute Der Spiegel seinen Vorsprung sogar aus. Zu den Gewinnern des ersten Halbjahres gehörte hingegen der Focus, der 5,2% zulegte und damit seinen dritten Platz festigte. Während das Burda-Magazin im Vertrieb leicht verlor, konnte es bei den Brutto-Werbeumsätzen deutlich zulegen.

Für die Analyse hat MEEDIA die Brutto-Umsätze aus den drei wichtigen Magazin-Geldquellen zu einer gemeinsamen Zahl addiert. Die Werbeumsätze stammen dabei aus der Nielsen-Anzeigenstatistik, die Vertriebsumsätze aus Einzelverkauf und Abos kommen aus den halbjährlich von der Fachzeitschrift der neue vertrieb errechneten Top-100-Rankings. In den Fällen, in denen ein wichtiger Titel in einem der beiden Tabellen nicht auftauchte, hat MEEDIA die fehlende Zahl nach der Methodik des neuen vertriebs (Copypreis mal Erscheinungsweise mal IVW-Verkauf, bzw. Abo-Preis mal IVW-Verkauf) errechnet.

Nachdem derzeit nicht nur die IVW-Auflagen rückläufig sind, sondern auch auf dem Werbemarkt weniger Geld umgesetzt wird, war es eine logische Folge, dass auch im Gesamt-Umsatzranking die meisten Titel unter dem Vorjahr liegen. Auch Preiserhöhungen am Kiosk und im Abo konnten das nicht immer verhindern. Unter den 50 Top-Titeln gibt es 18 Gewinner und 32 Verlierer, in der Top 25 sogar nur acht Gewinner und 17 Verlierer.

Nach oben ging es in dieser ersten Hälfte am deutlichsten für das TV-Supplement rtv West, das sein 10,1%-Plus logischerweise ausschließlich am Werbemarkt eingesammelt hat. Immerhin 5,2% bzw. 4,7% hinzu gewonnen haben der Focus und die Sport Bild, die weiteren Gewinner auf den ersten 25 Rängen heißen TV Digital, Auto Bild, Freundin, Wirtschaftswoche und InStyle. Sport Bild, Wirtschaftswoche und InStyle gewannen dabei sowohl im Vertrieb, als auch bei der Werbung, TV Digital nur im Vertrieb, Auto Bild und Freundin nur bei der Reklame.

Die größten Verlierer der Top 25 heißen prozentual gesehen hingegen Computer Bild, Bild der Frau, Gala und TV Movie. Zwischen 10,2% und 11,3% ihres Vorjahres-Brutto-Umsatzes büßten die vier Titel ein. Alle vier verloren dabei im Übrigen sowohl im Vertrieb, als auch bei der Werbung. Eine rundherum unschöne Entwicklung also.

In der zweiten Hälfte der Top 50 gibt es zwei Titel, für die es sogar noch weiter nach unten ging: Die Für Sie verlor 16,1% ihres Vorjahres-Umsatzes, die Bravo sogar 17,3%. Alarmierend sind für die Jugendzeitschrift vor allem die Kiosk-Zahlen: Dort sackten die Verkäufe so sehr nach unten, dass 26,8% weniger in den Kiosk-Kassen landete. Bauer steuerte zwar während des ersten Halbjahres mit einer Preiserhöhung von 1,40 Euro auf 1,50 Euro gegen, doch dieser teurere Preis ist in den Zahlen des neuen vertriebs noch nicht beachtet worden – er wird sich erst in den Gesamtjahreszahlen niederschlagen.

Die Gewinner der zweiten Top-50-Hälfte finden sich auf den Rängen 44 bis 46: Das TV-Supplement prisma Gesamt West legte um 20,2% zu, der Dauer-Gewinner Landlust um 16,8% und die noch relativ neue Grazia um 14,9%. Während prisma logischerweise nur am Werbemarkt gewann, ging es für die Landlust erneut in beiden Kategorien nach oben: im Vertrieb von 9,16 Mio. auf 11,30 Mio. Euro, bei der Werbung von 5,23 Mio. auf 5,51 Mio. Die Grazia steigerte sich bei der Reklame deutlich, verlor im Vertrieb aber leicht an Boden.

Auffällig sind in der Liste der 50 Titel auch die Unterschiede zwischen den beiden Einnahmequellen. Während Magazine wie Vogue, Cosmopolitan und Freundin mehr als 85% ihres Brutto-Umsatzes am Werbemarkt generieren, sieht es bei Gong, Freizeitwoche und Neue Post genau andersherum aus: Sie verdienen mehr als 85% im Vertrieb. Am ausgeglichensten sieht das Verthältnis mit 52% Vertrieb zu 48% Werbung bei der Bunten aus.

Wichtige Anmerkung: Natürlich sind die hier genannten Zahlen keine realen Umsätze. Aufgrund der Ermittlung der Daten handelt es sich nur um Brutto-Zahlen. Bei der Werbung werden also Rabatte, Gegengeschäfte, etc. ebenso nicht beachtet wie bei den Abos Geldprämien oder stark rabattierte Abos, die erst im zweiten Jahr den normalen Preis erreichen. Die tatsächlichen Umsätze ihrer Titel kennen nur die Verlage, das hier veröffentlichte Ranking gibt dennoch einen guten Eindruck über die Machtverhältnisse in der Magazinbranche.

[Update: In der ersten Version dieses Artikels wurden in der Tabelle der Plätze 1 bis 25 leider die Umsätze des Gesamtjahres 2011 veröffentlicht – die Rangreihenfolge und die Änderungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren hingegen korrekt. Die fehlerhafte Spalte wurde inzwischen korrigiert.]

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