Rabes Bekenntnis zu Gruner + Jahr

Publishing In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Bertelsmann-Chef Thomas Rabe Verkaufsspekulationen rund um Gruner + Jahr eine klare Absage erteilt. “Wir wollen Gruner + Jahr behalten”, sagte er. Allerdings erklärt er auch, dass der Verlag vor großen Herausforderungen stehe und er den “digitalen Transformationspfad” der zu neuen Erlösen führt, dort noch nicht erkennen könne. Dies sei aber ein Problem der gesamten Print-Branche.

Werbeanzeige

Bei der Buch-, Dienstleistungs- und TV-Sparte könne Rabe die begonnene digitale Transformation hin zu Geschäftsmodellen mit profitablen Erlösen bereits erkennen, bei G+J nicht. “Auf diesem Gebiet hat Gruner + Jahr noch eine gewisse Wegstrecke vor sich und ich bin sicher, dass der neue Vorstand von Gruner + Jahr sich diesen Aufgaben stellt”, so der Bertelsmann-Chef in der FAZ.

Mit dem ausgeschiedenen G+J-Vorstandschef Bernd Buchholz habe es keine unüberbrückbaren strategischen Differenzen gegeben, so Rabe. Auslöser für dessen Rückzug sei “die öffentliche Darstellung seiner Person in einem Zeitschriftenartikel” gewesen. Rabe meint den Artikel im manager magazin, in dem Buchholz aus Bertelsmann-Kreisen die “Zugkraft einer Spielzeuglok” unterstellt wurde. Rabe: “Damit ist er eben auf diese Weise umgegangen. Das respektiere ich, auch wenn ich seine Entscheidung bedauere.” Auf die Frage, ob die Financial Times Deutschland das erste G+J-Produkt sei, das bald nur noch digital erscheint, antwortet Rabe, dies sei eine Entscheidung des G+J-Vorstandes.

Was den Gesamtkonzern betrifft, so kündigt Rabe an, vor allem international wachsen zu wollen: China, Indien und Brasilien hat er da im Blick. Und auch in den USA will Bertelsmann künftig wieder stärker mitmischen. Konkret wird er aber nicht. Um seine ehrgeizige Wachstums-Strategie umzusetzen und in großem Stil zuzukaufen, benötigt Bertelsmann laut Rabe frisches Eigenkapital in Milliardenhöhe. Rabe deutet hier die Möglichkeit an, dass auch Unter-Einheiten von Bertelsmann teilweise an die Börse gehen könnten, oder dass Anteile verkauft würden, etwa von der RTL Group. Natürlich ohne dass die Eigentümerfamilie Mohn Mehrheit und damit die Kontrolle abgeben wird.

Den Sadomaso-Bestseller “50 Shades of Grey”, der die Bilanz der Buchsparte Random House beflügelt hat, hat Rabe nach eigenen Worten “angefangen zu lesen”. Er sei da frei von Berührungsängsten. Ob er die Erotik-Schwarte auch zu Ende liest, das verrät Thomas Rabe in dem Interview  nicht.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige