Keine Einigung zwischen Grosso und Bauer

Publishing Jetzt ist wohl der Gesetzgeber gefordert: Auch die dritte Gesprächsrunde zwischen dem Bundesverband Presse-Grosso und der Bauer Media Group endete ergebnislos. Diesmal trafen sich die Parteien beim Parlamentarischen Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Hans-Joachim Otto. Die Folge: Die Regierungsfraktionen im Wirtschaftsausschuss wollen nun die Freistellung des Bundesverbandes Presse-Grosso und der Verlegerverbände vom Kartellverbot im Rahmen der 8. Novelle des GWB gesetzlich festschreiben lassen.

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Wenig begeistert von den Ergebnissen der Gespräche zeigte sich Bauer-Geschäftsleiter Andreas Schoo: „Weder leere Worte noch eine gesetzliche Zementierung des Status Quo machen den Pressevertrieb in Deutschland zukunftsfähig“, sagt der Verlags-Manager im Anschluss an die Gespräche. „Stattdessen benötigen wir konkrete Reformen. Nur, wenn wir die Vertriebsstrukturen an die veränderten wirtschaftlichen Kennzahlen der Medienbranche anpassen, werden wir uns in Zukunft die Pressevielfalt leisten können.“

Am Montag erst hatten sich die Presse-Grossisten über eine "besorgniserregende" Entwicklung ihres Kerngeschäfts beklagt. Mit dem Verkauf von Zeitungen und Zeitschriften verdienten die 66 deutschen Pressegroßhändler im ersten Halbjahr 2,2 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Und die Talsohle sei noch gar nicht erreicht, unkt der Grosso-Vorsitzende Frank Nolte. Der Absatz gemessen an Exemplaren sank sogar um 5,6 Prozent. Retter der Bilanz waren u.a. Fußball-Sammelbildchen.

In direkter Bezugnahme auf diese Zahlen merkte Schoo an: „Die aktuelle ‚aufgeblähte‘ Vertriebsorganisation kann sich die Medienbranche schlichtweg nicht leisten“. „Ein ‚weiter so‘ bedeutet das ‚Aus‘ für viele Printtitel.“

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