Zuckerberg: Absage ans Facebook-Handy

Showtime für Mark Zuckerberg: Erstmals seit dem desaströsen Börsengang äußerte sich der Vorstandschef des weltgrößten sozialen Netzwerks wieder öffentlich. Zuckerberg war auf der TechCrunch-Disrupt-Konferenz um Normalität bemüht, gestand aber ein, dass ihn der Kurseinbruch durchaus treffe. Für Aufbruchsstimmung versuchte der 28-Jährige im Interview mit Michael Arrington mit seiner Mobilstrategie zu sorgen, wenngleich Zuckerberg klarstellte: Ein Facebook-Handy werde nicht kommen. Die Wall Street reagiert dennoch mit Kursaufschlägen.

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Showtime für Mark Zuckerberg: Erstmals seit dem desaströsen Börsengang äußerte sich der Vorstandschef des weltgrößten sozialen Netzwerks wieder öffentlich. Zuckerberg war auf TechCrunch-Disrupt-Konferenz um Normalität bemüht, gestand aber ein, dass ihn der Kurseinbruch durchaus treffe. Für Aufbruchsstimmung versuchte der 28-Jährige im Interview mit Michael Arrington mit seiner Mobilstrategie zu sorgen, wenngleich Zuckerberg klarstellte: Ein Facebook-Handy werde nicht kommen. Die Wall Street reagiert dennoch mit Kursaufschlägen.
Zurück auf der Bühne: Bei Mark Zuckerberg dürfte das nicht unbedingt die glücklichsten Gefühle ausgelöst haben. Unvergessen sind die Bilder der D8-Konferenz, auf der der Facebook-Gründer, gegrillt von Reporter-Veteranen Kara Swisher und Walt Mossberg, schweißüberströmt auf dem Podium saß wie ein Erstklässler, der etwas ausgefressen hat. 
Seitdem sind mehr als zwei Jahre vergangen, in denen der inzwischen 28-Jährige fraglos dazugelernt hat. Noch immer benimmt sich Zuckerberg bei öffentlichen Interviewfragen ein bisschen aufgeregt wie ein Praktikant beim Bewerbungsgespräch: Im Interview mit Michael Arrington auf der Disrupt-Konferenz lacht er weiter etwas zu viel, er blickt oft nach unten oder schaut einfach weg. Trotzdem: Mehr Schlagfertigkeit konnte sich Zuckerberg an-, die einfachen Fehler abtrainieren.
Die Zukunft liegt im mobilen Internet 
So umgeht der Facebook-Chef nach den schweren Monaten des Börsenfiaskos schon fast wie ein Routinier Arringtons Nachfragen zum dramatischen Kursverfall: "Die Performance der Aktie ist enttäuschend", gab Zuckerberg gleich zu Beginn zu, ohne sich dafür allerdings zu entschuldigen. Viel mehr verbreitete er etwas Aufbruchsstimmung, als der Harvard-Abbrecher erklärte, man werde einiges unternehmen, was den Firmenwert langfristig steigern werde. 
Wo das geschehen wird, ist kein Geheimnis: "Es geht ums mobile Internet", machte Zuckerberg klar. Hier liege für Facebook in gleich mehrfacher Hinsicht die Zukunft: Das Social Network werde mobil intensiver und länger genutzt. Entsprechend glaube er, dass Facebook mobil in Zukunft mehr Geld verdienen werde als mit der klassischen Web-Version. Nach diesem Statement begann die Facebook-Aktie nachbörslich dann erstmals signifikant um ein bis zwei Prozent zu steigen.
Deutliche Absage an Facebook-Handy
Und das, obwohl Zuckerberg einem anderen möglichen Wachstumstreiber, über den immer wieder spekuliert wurde, gegenüber Michael Arrington eine hochoffizielle und deutliche Absage erteilte: Ein Facebook-Handy wird es nicht geben. "Das macht keinen Sinn für uns, das ist einfach die falsche Strategie."
Vielmehr wolle Facebook der Gegenentwurf zu allen anderen großen Internet- und Technologie-Unternehmen sein: "Apple, Google, Samsung oder Amazon stellen Hardware her. Wir wollen stattdessen Dinge bauen, die auf allen Geräten laufen", so Zuckerberg zu Facebooks zukünftiger Ausrichtung.
"Die Suche ist interessant": Attacke auf Google formuliert
Was aber nicht heißen sollte, dass das weltgrößte Social Network nicht mit anderen Internet-Unternehmen den direkten Infight suche. "Die Suche ist interessant", betonte Zuckerberg mehrfach. "Wir haben jeden Tag eine Milliarde Suchabfragen, aber wir haben bisher überhaupt nicht versucht, hier in die Tiefe zu gehen". Doch das werde sich ändern. 
Reaktion der Wall Street: Die Facebook-Aktie legt inzwischen um drei Prozent zu, Suchgigant Google verliert plötzlich vier Dollar oder ein halbes Prozent an Wert. Wer hätte das gedacht: Mark Zuckerberg bewegt die Märkte. 
Plus vier Prozent: Zuckerberg-Auftritt kommt an der Börse gut an

Dass sich der Multi-Milliardär, der an der Börse selber in wenigen Monaten fast 50 Prozent Kurswert einbüßte, inzwischen in der Rolle des Underdogs ganz wohl fühlt, machte Zuckerberg zum Ende des halbstündigen Interviews klar. Er werde lieber unterschätzt, stellte Zuckerberg klar – "und das tun derzeit einige Leute". Eine kleine Kampfansage zum Schluss gab es also auch noch. 
"Er ist eindeutig erwachsen geworden und als CEO jetzt angekommen", adelte das Portalkonglomerat Business Insider den ersten öffentlichen Auftritt Zuckerbergs nach dem Ende der sogenannten "Quiet Period". Anlegern gefiel Zuckerberg ebenfalls: Sie drückten weiter den Kauf-Button und schickten die Aktie in der Spitze sogar um vier Prozent auf wieder über 20 Dollar nach oben.

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