Independent führt neue Facebook-Buttons ein

Publishing Social Media Buttons haben ein großes Problem: Sie können zwar mit sehr gut darstellen, wie viele Nutzer einen Beitrag für wertvoll genug hielten, ihn weiterzuverbreiten, die Motive dafür blieben jedoch außen vor. Wollen die Leser ihre Zustimmung zum Ausdruck bringen oder eher ihr Entsetzen? The Independent hat nun eine Möglichkeit entwickelt, die Meinung der Besucher präzisier zu erfassen. Auch den Leserkommentar-Bereich versuchen die Britten zu revolutionieren.

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"Empfehlen", "Gefällt mir" oder "Like" stehen für gewöhnlich auf Facebook-Buttons, auch auf Nachrichtenseiten. Das ist nicht besonders präzise, dachte sich die britische Tageszeitung The Independent. Besonders im Meinungs-Ressort interessierte die Zeitungsmacher die Stimmung der Leser.
Deshalb haben sie am Wochenende ein neues Tool eingeführt. Unter dem Meinungstexten des Nachrichtenangebots können die Nutzer künftig ihre Meinung zum Beitrag angeben. Die Auswahlpunkte lauten "Strongly agree", "agree", "don’t care", "disagree" und "strongly disagree" stehen zur Auswahl – zu deutsch "stimme zu" und "stimme nicht zu", jeweils mit der Verstärkung "stark", sowie "ist mir egal".

Mit den neuen Buttons wird die Meinung der Leser deutlich
Der besondere Clou: Nutzen die Leser gleichzeitig die The Independent-Facebook-Applikation und sind beim sozialen Netzwerk eingeloggt, wird diese Handlung auch in die Timeline übertragen. Statt "XY empfielt" oder "XY gefällt ein Beitrag auf" können die Freunde so direkt auch die Haltung zum Beitrag einsehen. Die Statusmeldung heißt dann zum Beispiel "XY agreed with…".

Auch in der Timeline wird deutlich, ob man einem Kommentar zustimmt
Doch damit nicht genug: Auch die Kommentarfunktion hat der Independent massiv umgebaut. Statt auf einem fortwährenden Kommentarstrang zur Diskussion kann die Zeitung online nun auch auf Pro- und Contra-Debatten setzten. Dabei wählen die Kommentatoren, ob sie für oder gegen die Meinung des Textes argumentieren wollen. Jeder Leserkommentar kann dazu von anderen Lesern bewertet werden, nicht aber weiter kommentiert.

Keine endlose Kommentarkette, sondern Argumente dafür oder dagegen
Ziel ist es, auf diese Weise die besten Pro- und Contra-Argumente prominent unter dem Artikel gegenüberstellen zu können. "Unsere neuen Debatten-Kommentare geben unseren Lesern wie Autoren eine Möglichkeit, beide Seiten einer Debatte in einer neuen Art und Weise auszudrücken", schreibt Jack Riley vom Guardian zu den Änderungen.
Das Konzept der Britten könnte auch für einige deutsche Nachrichtenangebote interessant sein. Vor kurzem wurde durch einen Blogeintrag von Markus Beckedahl auf netzpolitik.org hierzulande eine Debatte über den Sinn von Nutzerkommentaren ausgelöst.

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