Rheinische Post: Einstieg im Saarland perfekt

Publishing Die Rheinische Post Mediengruppe meldet Vollzug: Die Düsseldorfer übernehmen die Mehrheit an der Zeitungsgruppe Saarbrücken. Dazu gehören neben der Saarbrücker Zeitung drei weitere Tageszeitungen, digitale Geschäfte und der Dienstleister Euroscript. Verkäufer ist die Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar (GSB), die die Mehrheit vor einigen Wochen von Holtzbrinck übernahm und nun weiterreicht. Die RP wächst damit zu einem 800-Millionen-Euro-Unternehmen.

Werbeanzeige

Das Kartellamt muss zwar noch zustimmen, aber Einwände dürfte es keine geben. Mit einem Anteil von über 50 Prozent wird die Mediengruppe Rheinische Post damit zu einem der größten deutschen Regionalzeitungshäuser. Das Unternehmen wolle im Print- und Digitalgeschäft weiter wachsen, kündigte die RP am Freitagabend an. Es eröffneten sich "Wachstumsperspektiven in bestehenden und neuen Geschäftsfeldern, national und international".

Die RP ist bereits an einer Reihe von Medien im In- und Ausland beteiligt, u.a. in Osteuropa. Nun kommen die Saarbrücker Zeitung, der Trierische Volksfreund, der Pfälzische Merkur, die Lausitzer Rundschau (Cottbus) sowie die Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft hinzu. Joachim Meinhold, Geschäftsführer in Saarbrücken, kann zudem auf einen hohen Anteil an Erlösquellen abseits des Kerngeschäfts Print verweisen – er liegt bei ca. 40 Prozent.

Ursprünglich gehörte die Gruppe zur Verlagsgruppe von Holtzbrinck. Deren Verleger Stefan von Holtzbrinck hat sich zuletzt sukzessive aus dem Regionalzeitungsgeschäft zurückgezogen. Die GSB hatte darauf den Mehrheitsanteil der Stuttgarter nur übernommen, um sie an einen anderen Verlag weiterzureichen. Eine GSB-Mehrheit wäre auf Dauer wohl ohnehin problematisch gewesen, ist die Gesellschaft doch im Besitz dreier politischer Stiftungen.

Rudolf Warnking, Aufsichtsratschef der GSB, nennt die Düsseldorfer einen "erfahrenen, anspruchsvoellen und unternehmerisch erfolgreichen Mehrheitsgesellschafter". Sein Kollege Friedel Läpple erwartet, dass die RP weiter die "regionalspezifischen Ausprägungen" der Saarländer betonen werde. Und Karl Hans Arnold, der die Rheibische Post Mediengruppe führt, sagt: "Die von großem Vertrauen geprägten Verhandlungen sind eine gute Grundlage für ein enges Zusammenwirken in der Zukunft." Die Botschaft lautet also: Kontinuität.

Und Aufbruch – für die RP ist es der größte Zukauf der Unternehmensgeschichte. Ähnlich wie die Regionalverlage in Köln (DuMont), Augsburg (Ausgburger Allgemeine) und Hannover (Madsack) ist der Zukauf ein Signal, dass die Gruppe an die Zukunft der Gattung Zeitung – gedruckt und digital – glaubt. MEEDIA hatte bereits Anfang August über die geplante Übernahme berichtet.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige