Neue Tablets: Amazon greift Apple frontal an

Amazon will es wissen: Der zweitwertvollste Internetkonzern der Welt brannte gestern in Los Angeles ein wahres Tablet-Feuerwerk ab. Den erst vor knapp einem Jahr in den USA eingeführten iPad-Herausforder Kindle Fire überholte Konzernchef Jeff Bezos in der zweiten Generation als HD-Modell gleich doppelt – als 7- und 8,9-Zoll-Tablet. Hiesige Kunden können sich freuen: Das Amazon-Tablet kommt in rund sechs Wochen erstmals nach Deutschlands. Auch der E-Book-Reader Kindle wurde generalüberholt. Die Wall Street applaudiert.

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Amazon will es wissen: Der zweitwertvollste Internetkonzern der Welt brannte gestern in Los Angeles ein wahres Tablet-Feuerwerk ab. Den erst vor knapp einem Jahr in den USA eingeführten iPad-Herausforder Kindle Fire überholte Konzernchef Jeff Bezos in der zweiten Generation als HD-Modell gleich doppelt – als 7- und 8,9-Zoll-Tablet. Hiesige Kunden können sich freuen: Das Amazon-Tablet kommt in rund sechs Wochen erstmals nach Deutschlands. Auch der E-Book-Reader Kindle wurde generalüberholt. Die Wall Street applaudiert.
Wenn man die Börse als den legitimen Gradmesser für Erfolg oder Misserfolg von Produktpräsentationen betrachtet, darf man sich Jeff Bezos als einen glücklichen Mann vorstellen. Um 5 Dollar oder rund zwei Prozent zog die Amazon-Aktie gestern an, was an und für sich nicht übermäßig bemerkenswert ist. 
Angesichts der turmhohen Bewertung eines KGVs jenseits der 100 und nunmehr neuen Allzeithochs von 252 Dollar – absolut und auf Basis des Schlusskurses – ist die Reaktion auf die mit Spannung erwartete Pressekonferenz in einem Flugzeug-Hangar in Santa Monica, Los Angeles, dann aber doch ein echtes Ausrufezeichen.
Kindle-Update: Bezos präsentiert "Paperwhite"
Jeff Bezos, den manche schon als Nachfolger von Steve Jobs sehen, hat in einer One-Man-Show, die tatsächlich manchen Beobachter an den charismatischen Apple-Gründer erinnerte, eine bemerkenswerte Produktvorstellung abgezogen. Da war zunächst das Pflichtprogramm: Amazon erneuerte sein Lesegeräte Kindle.
Und das zu Kampfpreisen: Nur 69 Dollar kostet die moderat optimierte Standard-Version des E-Book-Readers, 10 Dollar weniger als bisher. Einen brandneuen Kindle gibt es schon 119 Dollar: "Paperwhite" heißt das neuaufgelegte Modell mit verbesserter Hintergrundbeleuchtung, das ganze 200 Gramm schwer ist und über eine enorme Akkulaufzeit von 8 Wochen verfügen soll. Die Auslieferung in den USA erfolgt bereits am 1. Oktober.
Schon 22 Prozent Marktanteil
Das eigentliche Highlight indes war die Enthüllung der zweiten Tablet-Generation des weltgrößten Einzelhändlers. Im vergangen Jahr hatte Amazon mit der Einführung des Kindle Fire überrascht – und dabei gleich kräftig den Tablet-Markt aufgemischt. Obwohl Amazon keine Angaben für die exakten Verkaufszahlen macht, gelten 5 Millionen Einheiten im vergangenen Weihnachtsquartal als gesichert. Amazon selbst behauptet, bereits über 22 Prozent Marktanteil in den USA zu verfügen. 
Klar ist, dass der nach Google zweitwertvollste Internetkonzern der Welt vor der diesjährigen Holiday Season nachlegen muss. Und das tat Amazon gleich mehrfach: Wie erwartet präsentierte der weltgrößte Online-Einzelhändler den Nachfolger des Kindle Fire. Die HD-Version in höherer Auflösung kostet wie der Vorgänger nur 199 Dollar in der 16 GB und 249 in der 32 GB-Version und wird bereits in einer Woche ausgeliefert.
8,9-Zoll-Kindle Fire HD: Totaler Angriff auf Apple
Doch damit nicht genug: Nachdem Jeff Bezos den 7-Zoll-Tablet-Markt im Sturm eroberte, attackiert Amazon nun den Platzhirsch Apple auch auf seinem ureigenen Terrain – nämlich bei den größeren Tablet-Format. 
Auch in einem 8,9-Zoll großen Modell kommt der Kindle Fire HD nun daher – und das zu einem Kampfpreis von nur 299 Dollar in der 16 GB-Fassung. Das sind immerhin 100 Dollar weniger als Apple sein 9,7 Zoll großes iPad 2 anbietet. Die mobile Version startet im 32 GB-Modell, das den neuen Mobilfunkstandard LTE unterstützt, zu 499 Dollar. Die Auslieferung erfolgt allerdings erst am 20. November gerade so vor dem Beginn der ganz heißen Phase des Weihnachstgeschäfts.
"Geld verdienen, wenn Leute unsere Geräte benutzen – nicht, wenn sie sie kaufen"
Auch bei deutschen Kunden könnte das Amazon-Tablet dieses Jahr unter den Christbaum landen – der Kindle Fire HD, der eine angepasste Version von Googles mobilen Betriebssystem Android verwendet, debütiert in einem 16- und 32 GB-Modell in der Wlan-Version auf dem deutschen Markt am 25. Oktober zu 199 bzw. 249 Dollar.  Das Vorgänger-Modell Kindle Fire wird bereits ab Mittwoch für 159 Euro angeboten.
Dass Amazon in den Preiskategorien mit seinen Tablets kaum bis kein Geld verdienen kann, ist in der Branche eine offenen Geheimnis. Jeff Bezos bestätigte es gestern offensiv: "Wir wollen Geld verdienen, wenn die Leute unsere Geräte benutzen, nicht, wenn sie kaufen." In anderen Worten: Content ist weiter King und die Geldmaschine bei Amazon. Ein Smartphone, über das das US-Blog The Verge gestern noch spekuliert hatte, wurde von Bezos indes nicht vorgestellt.

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