Ein Buch selbst verlegen: So geht’s!

E-Book-Reader boomen. Genauso wie die E-Book-Verkäufe, die stetig anziehen. Eine Entwicklung, von der auch die schreibende Zunft profitiert. Immer mehr Autoren bringen ihre Werke im Selbstverlag heraus. Einige davon sogar recht erfolgreich. Lohnt sich also der Selbstverlag? Abseits großer Verlage alles auf eine Karte setzen, um im schlimmsten Fall unter großem Zeitaufwand zu scheitern? Und ist der elektronische Buchmarkt eine Chance für Redaktionen, neue Erlösquellen zu erschließen? Ein Überblick.

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Den Traum vom eigenen Buch verwirklichen? Für viele Autoren blieb das bislang ein Traum. Doch längst bietet das Web Möglichkeiten, um die eigenen Worte auch zu Geld zu machen. Sogenannte Indie-Autoren können damit sogar auf einige beachtliche Erfolge verweisen. Allen voran Amanda Hocking, die mit einer Vampirroman-Reihe in Amazons Kindle-Shop geschätzt Millionen verdiente, indem sie ihre Bücher als E-Books selbst verlegte.

Aber was braucht es, um mit dem geschriebenen Wort abseits der Verlage Geld zu verdienen? MEEDIA stellt vier Modelle vor.

Kindle Direct Publishing: Machen Sie es wie Hocking und stellen Sie Ihr Buch im Kindle-Shop von Amazon zur Verfügung. Alles, was Sie dazu brauchen, ist ein fertiges Manuskript. Ist das vorhanden, loggen Sie sich auf der Kindle Direct Publishing Plattform mit Ihrem Amazon-Login ein. Besaßen Sie bislang keinen, legen Sie sich kurzerhand ein kostenloses Benutzerkonto an. Fügen Sie dann in einer Maske das Dokument mitsamt Buchtitel, Klappentext und Autorenbezeichnung ein. Als Import-Format eignet sich HTML, um das Dokument in weiteren Schritten Kindle-tauglich zu machen. Ebenso funktionieren aber auch Doc-Dateien, ePub, Adobe PDF, MobiPocket und Text. Nun müssen Sie noch einen Kaufpreis festlegen und auswählen, in welchen Ländern Sie Ihr Buch zum Verkauf anbieten wollen. Bei der Vergütung können Sie zwischen einem 35- und 70-Prozent-Modell wählen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, nachzulesen auf der Support-Seite von Amazon.

Print on Demand
: Print on Demand bezeichnet genau das, wonach es klingt: Autoren können Ihre Bücher von Dienstleistern auf Abruf verlegen lassen. Wahlweise übernimmt der Anbieter gegen Gebühr nicht nur das Anlegen eines Masters, sondern auch das Setzen, das Lektorat sowie den Druck in gewünschter Auflage. Noch wichtiger: Der Autor bekommt eine ISBN, mit der sein Werk überhaupt für den regulären Buchhandel von Nutzen ist. Die Seite Buchprofis von Holtzbrinck-Publisher epubli hilft mit einem Netzwerk von Grafikern, Lektoren und Übersetzern bei den ersten Schritten in Richtung Selbstverlag. Epubli selbst bietet den Druck und Vertrieb von gedruckten und elektronischen Büchern an. Wahlweise mit oder ohne ISBN. Gut gelöst: Interessierte können über einen Preisrechner schon vorab kalkulieren, ob sich die Mühe auch lohnt.

iBooks Author: Seit Anfang des Jahres können Autoren ihre Bücher auch auf der Apple-Plattform iBooks publizieren. Dazu hat das Unternehmen eine eigene App namens iBooksAuthor veröffentlicht.

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Der Vorteil: Sie können mithilfe gelungener Vorlagen und einem vorhandenen Manuskript unkompliziert multimediale Bücher entwerfen. Neben dem reinen Text lässt sich ein Buch mit 3D-Objekten, Filmen und Bildergalerien anreichern. Außerdem besteht die Möglichkeit, Web-Widgets einzubauen, die Live-Daten aus dem Netz abgreifen. Beim Verkauf erhält Apple die üblichen 30 Prozent Provision. Weitere Fragen zum Vertrieb und der Aktualisierung vorhandener Bücher klärt Apple auf seinen Support-Seiten.

Kindle Singles: Für Journalisten und Redaktion interessant dürften noch die sogenannten Kindle Singles interessant sein, ein Markt für lange Reportagen, Essays und Erzählungen. Gedacht als eine Plattform für journalistische Texte, die für ein Buch zu kurz und für ein Magazin zu lang wären. 30.000 Wörter dürfen die Geschichten maximal lang sein. Passt eine Kurzgeschichte oder Reportage in das Kindle-Singles-Format, kann der Autor Amazon kontaktieren. Bis zu 70 Prozent der Lizenzgebühren landen bei Verkäufen dann auch beim Autor. Redaktionen haben hier eine Chance, Reportagen noch einmal ungekürzt zweitzuverwerten.

Zeit Online etwa bietet seit Anfang des Jahres Artikelsammlungen an, die für das Lesen auf dem E-Ink-Display optimiert wurden. Die ersten eBooks bündeln ausgewählte Artikel des Reise-Ressorts zu Paris und Barcelona. Zudem startete der Verlag mit zwei Bänden der Arbeitsrechts-Kolumne „Da staunt der Chef“ von Ulf Weigelt. 
Lässt sich also im Selbstverlag Geld verdienen? Durchaus, wie der Erfolg von Indie-Autoren wie Amanda Hocking zeigt. Doch ob selbst verlegt oder im Auftrag eines großen Verlages: Das fertige Buch muss beim Leser ankommen. Die Leser müssen wissen, dass es das Buch überhaupt gibt. Während Verlage auf ein großes Netzwerk an Kontakten zurückgreifen können, ist man als Selbstverleger gerade zu Beginn auf sich allein gestellt. Hier gilt es, das vorhandene Netzwerk sinnvoll einzusetzen und mit guter Social-Media-Arbeit auf sich aufmerksam zu machen. Dann steht dem Erfolg als Self-Made-Autor nichts mehr im Wege.

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