taz macht 300.000 Euro Gewinn

Publishing Nach Jahren der Verluste fährt die taz nun im dritten Jahr in Folge einen Gewinn ein. Die Berliner haben ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2011 veröffentlicht. Demnach kämpft auch die linke Tageszeitung mit Auflagen-Rückgängen. Allerdings blieb der Anzeigenumsatz bei bei 2,5 Millionen Euro stabil. Dank gestiegener Abo-Einnahmen konnte der Gesamtumsatz um 1,026 Millionen Euro auf 25,912 Millionen Euro erhöht werden. Unter dem Strich blieb dem Verlag ein Gewinn von 287.523 Euro.

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Wichtigster Einnahmeposten sind die Aboeinnahmen. Sie stiegen um 785.000 Euro auf 18,161 Millionen Euro. Der Grund für das Plus ist eine Erhöhung der Abopreise und die Einführung eines neuen Wochenendabos (6.712 Wochenendabos zum Jahresende 2011, inzwischen rund 7.000).

Trotz der gestiegenen Einnahmen fiel der Gewinn geringer als 2010 (385.101 Euro) aus. Der Hauptgrund war, dass der Verlag die Gehälter erhöht und neue Mitarbeiter eingestellt hatte. Der Personalaufwand stieg um 8,5 Prozent. Dies erklärt sich durch eine Gehaltserhöhung von 2,5 Prozent und die Schaffung neuer Stellen in der Redaktion des Wochenendmagazins Sonntaz und bei taz.de.

Vor allem die Online-Kosten könnten sich im laufenden Jahr noch weiter erhöhen. Denn wie der Verlagsgeschäftsführer Karl-Heinz Ruch in einem Posting im Hausblog zur Bilanz erklärt, arbeiten die Berliner an einem umfassenden Relaunch von taz.de. „Das News-Portal taz.de wird erweitert zu einem Portal in das ganze taz-Universum, von den taz-Blogs bis zum taz-Shop und mit Anbindungen an soziale Netzwerke wie Facebook, Google Plus oder Twitter.“

Eine gewisse Hoffnung macht sich Ruch bei den E-Papern – auch um die Auflagenverluste aufzufangen. „Die taz konnte sich dem negativen Auflagentrend im Jahr 2011 nicht entziehen. Die IVW-geprüfte Auflage reduzierte sich im Jahresvergleich 2010/2011 um 2,6 Prozent auf 54.328. Die Auflagenentwicklung stellt sich für die einzelnen Vertriebswege unterschiedlich dar. Die wirtschaftlich wichtige Abonnementauflage fällt um 1,7 Prozent, der Einzelverkauf am Kiosk um 3,5 Prozent und die sonstigen Verkäufe (das sind bei der taz in der Regel bezahlte Probeabos) um 2 Prozent“, erklärt er.

Trotz der Auflagenverluste machen sich die Berliner keine Sorgen, dass es die taz in zehn Jahren noch geben wird. „Sie wird auch dann noch gelesen werden – wenn auch vielleicht auf andere und noch vielfältigere Weise“, bloggt Ruch. „Die taz ist Teil einer sich verändernden Welt – und sie wird sich in ihr nach vorne bewegen, so wie ihre Leserinnen und Leser.“

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