Das miese Geschäft mit Fake-Rezensionen

Publishing Nutzer-Rezensionen bei Amazon und anderen E-Commerce-Unternehmen sind ein wichtiges Hilfsmittel bei Kaufentscheidungen. Dies mittlerweile auch Marketingstrategen, Agenturen und die Autoren selbst bemerkt. In jüngster Zeit häuften sich Fälle von gefälschten Jubel-Besprechungen bei Amazon. Aktuell wurden die zwei namhafte Buchautoren John Locke und RJ Ellory  überführt, bei Amazon geschummelt zu haben. Einige namhafte Autoren machen mittlerweile Front gegen die Schummelei bei Amazon.

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Nutzer-Rezensionen bei Amazon und anderen E-Commerce-Unternehmen sind ein wichtiges Hilfsmittel bei Kaufentscheidungen. Dies mittlerweile auch Marketingstrategen, Agenturen und die Autoren selbst bemerkt. In jüngster Zeit häuften sich Fälle von gefälschten Jubel-Besprechungen bei Amazon. Aktuell wurden die zwei namhafte Buchautoren John Locke und RJ Ellory  überführt, bei Amazon geschummelt zu haben. Einige namhafte Autoren machen mittlerweile Front gegen die Schummelei bei Amazon.

Für potenzielle Leser oder Kaufinteressierte sind Rezensionen anderer Nutzer eine feine Sache. Sie wirken authentisch, andere Verbraucher oder Leser haben dieses Buch schon gelesen, diese Produkt schon zu Hause ausprobiert. Die Nutzer-Rezension ist glaubwürdiger, als es eine redaktionelle Besprechung von Profi-Rezensenten jemals sein kann. Darum haben solche Rezensionen u.a. bei Amazon so einen gewaltigen Wert für Autoren und Firmen.

Die New York Times deckte nun kürzlich auf, dass der E-Book-Bestsellerautor John Locke (der erste Amazon-Autor, der über eine Million E-Books verkaufte und darüber dann auch gleich wieder ein E-Book schrieb), bei einer Agentur rund 300 Rezensionen für seine Werke eingekauft hat. Locke bestellte die Besprechungen bei der Agentur GettingBookReviews.com, die mittlerweile ihren Betrieb eingestellt hat. Dort gab es eine Rezension für 99 Dollar, 20 Rezensionen kosteten 499 Dollar und das Paket mit 50 Rezensionen schlug mit 999 Dollar zu Buche. Laut New York Times war das eine Zeit lang ein einträgliches Geschäft. Todd Rutherford, Gründer von GettingBookReviews.com, nahm schon kurz nach dem Start seines Services 28.000 Dollar pro Monat ein und musste Schreiber einstellen, denen er 15 Dollar pro Rezension zahlte.

Locke hat selbst zugegeben, dort Besprechungen eingekauft zu haben. Der Self-Publishing-Star war sogar so großzügig den Lohnschreibern freie Hand zu lassen: “Wenn jemand mein Buch nicht mochte, dann sollte er das auch sagen”, so Locke zur New York Times. Der britische Guardian berichtete nun über einen leicht anders gelagerten Fall. Der renommierte britische Krimiautor RJ Ellory wurde überführt, unter diversen Pseudonymen selbst Jubel-Besprechungen für eigene Bücher verfasst zu haben und – schlimmer noch – Bücher von anderen Autoren runtergeputzt zu haben.

Ellory hat dabei 2010 sogar schon einen Preis gewonnen. Sein Buch “A simple Act of Violence” erhielt den Preis Theakstons Old Peculier crime novel of the year. Ein preisgekrönter Autor sollte es nicht nötig haben, Jubel-Rezensionen über eigene Werke zu verfassen. Sollte man meinen … Aufgedeckt wurde das unlautere Treiben Ellorys übrigens von seinem Krimi-Autorenkollegen Jeremy Dunns auf Twitter. Dunns überführte auch den britischen Bestseller Autor Steven Leather, mit unlauteren Methoden bei bei Amazon Eigenlob verbreitet zu haben. Ellory hat sich für seine Selbst-Belobigungen bei Amazon mittlerweile öffentlich entschuldigt.

Bing Liu, ein Datenexperte der Universität von Chicago erzählte der New York Times, dass nach seinen Untersuchungen aus dem  Jahr 2008 60 Prozent der Produkt-Besprechungen bei Amazon Fünf-Sterne-Bewertungen gewesen seien. Weitere 20 Prozent seien Vier-Sterne-Bewertungen gewesen – eine ziemlich unrealistische Häufung des Lobgesangs. Liu schätzt, dass rund ein Drittel aller Online-Besprechungen manipuliert, gefälscht oder gekauft sein könnten.

Mittlerweile haben namhafte Autoren wie Lee Child, Val McDermid und Ian Rankin sowie der Schriftstellerverband Society of Authors eine Erklärung herausgegeben, in der das so genannte “Sock Puppetry” verurteilt wird. Mit “Sock Puppetry” (“Socken-Puppenspiel”) ist das Anlegen von Schein-Identitäten im Internet gemeint. Nutzer-Rezensionen haben ihre Unschuld längst verloren.

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