Apple wollte offenbar bei Twitter einsteigen

Also doch: Seit Jahren hielt sich hartnäckig die Gerüchte, Apple könnte am 140 Zeichendienst Twitter interessiert sein. Eine möglich Übernahme oder Beteiligung wurde immer mit dem Hinweis vom Tisch gewischt, Social Media passe nichts in Apples DNA, Übernahme im zweistelligen Milliardenbereich schon gar nicht. Doch nun berichten sowohl die New York Times als auch das Wall Street Journal, dass Gespräche über ein Investment stattgefunden hätten, die inzwischen aber wieder auf Eis gelegt worden seien.

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Also doch: Seit Jahren hielt sich hartnäckig das Gerücht, Apple könnte am 140 Zeichendienst Twitter interessiert sein. Eine mögliche Übernahme oder Beteiligung wurde immer mit dem Hinweis vom Tisch gewischt, Social Media passe nicht in Apples DNA, Übernahmen im zweistelligen Milliardenbereich schon gar nicht. Doch nun berichten sowohl die New York Times als auch das Wall Street Journal, dass Gespräche über ein Investment stattgefunden hätten, die inzwischen aber wieder auf Eis gelegt worden seien.
Apple und Social – das ist nicht unbedingt die größte aller Liebesbeziehungen. Zweieinhalb Jahre ist es der Start des Musiknetzwerks Ping her zweinhab verlorene Jahre für Apple. Außer der Blamage, mal ein Projekt richtig vergeigt zu haben, ist von Ping, das als virtuelle Geisterstadt im Herbst wohl seine Pforten schließen muss, wenig geblieben.
Warum also nicht die großen Stars der Social Media-Szene umarmen? Facebook bekommt mit iOS 6 endlich seine lang erwartete, tiefere Integration in Apples mobiles Betriebssystem, Twitter hat seinen Platz dort bereits seit vergangenem Jahr gefunden. Das kam nicht von ungefähr: Dem 140-Zeichen-Dienst wurde in den vergangenen Jahren immer wieder eine auffällige Nähe zum Kultkonzern aus Cupertino nachgesagt.
Investment hätte den Charme der Facebook-Beteiligung von Microsoft
Das Wall Street Journal und die New York Times belegen dies nun in übereinstimmenden Berichten. Demnach ist Apple vor rund einem Jahr, als die tiefere iOS-Integration im Gange war, auch an Twitter mit einer Investment-Offerte in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar auf Basis einer Bewertung von 10 Milliarden Dollar herangetreten. 
Der Deal hat seine Vorbilder: Fünf Jahre ist es her, als Microsoft für einen Anteil von 1,6 Prozent am aufstrebenden Social Network Facebook seinerzeit 240 Millionen Dollar auf Basis der scheinbar ambitionierten Bewertung von 15 Milliarden Dollar investierte. Fünf Jahre  später hatte Redmond das Lachen auf seiner Seite: Zum Börsengang im Mai dieses Jahres hatte Microsoft sein Investment versiebenfacht – klüger hatte Mister Softee nie im Web investiert. 
Gespräche ergebnislos abgebrochen
Wichtiger als die Maximierung des Kapitals war für Microsoft seinerzeit jedoch die strategische Bindung des Emporkömmlings – weder Google noch Apple bekamen bei Facebook auf diese Weise einen Fuß in die Tür. Ähnlich dürfte auch die Intention bei Tim Cook ausgesehenen haben, als er im vergangenen Jahr Gespräche mit Twitter anstieß. Nachdem Facebook zum Internetriesen erwachsen und Google sein eigenes soziales Netzwerk gestartet hatte, schien eine strategische Allianz mit dem 140-Zeichendienst als naheliegend.
Doch wie die New York Times und das Wall Street Journal übereinstimmend berichteten, scheiterte der Deal vorerst – Gespräche hätten seitdem nicht mehr stattgefunden. So interessant der Deal für beide Seiten sein könnte, so klar ist auch, dass ihn weder Apple noch Twitter händeringend brauchen. Apple kann die führenden Social Networks auch Software-seitig an sich binden, wie jüngst Facebook mit der tieferen iOS-Integration, Twitter hat erst kurz vor dem Facebook-Börsengang eine üppige Finanzierungsrunde abgeschlossen und ist so mit Kapital bestens versorgt.

Trotzdem: Die bisher substanzlosen Spekulationen über eine Twitter-Beteiligung/Übernahme durch Apple haben nun echte Nahrung erhalten und dürften alle paar Monaten erneut aufkochen, wenn sich "Kreise" wieder zu Wort melden – oder das Sommerloch zu groß wird. 

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