Apple-Aktie klettert wieder über 600 Dollar

Digital Economy Der König ist zurück: Fast ein Quartal dümpelte die Apple an der Börse vor sich hin, als hätte der immer noch mit Abstand wertvollste Konzern seine beste Zeit hinter sich – nun feiert die Aktie ein Comeback. Befeuert von der Einigung iPad-Markenstreit in China, den Gerüchten um das iPad mini und einem Kursziel bei 1001 Dollar startet die Apple-Aktie wieder in den Rally-Modus. Das Papier gewinnt einer Woche fast 50 Dollar und erkämpft sich erstmals seit April die 600-Dollarmarke zurück.

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Der König ist zurück: Fast ein Quartal dümpelte die Apple an der Börse vor sich hin, als hätte der immer noch mit Abstand wertvollste Konzern seine beste Zeit hinter sich – nun feiert die Aktie ein Comeback. Befeuert von der Einigung iPad-Markenstreit in China, den Gerüchten um das iPad mini und einem Kursziel bei 1001 Dollar startet die Apple-Aktie wieder in den Rally-Modus. Das Papier gewinnt einer Woche fast 50 Dollar und erkämpft sich erstmals seit April die 600-Dollarmarke zurück.
Andy Zaky arbeitet weiter hart an seinem Image als intimster Apple-Kenner ohne Analysten-Lizenz. Der Daytrader, der bei Apple seit Jahren die Konsensschätzungen der Banken übertrifft, legte sich Mitte Mai fest: Jetzt wäre der ideale Zeitpunkt, um in die Aktie des wertvollsten Konzerns der Welt zu investieren. Das war bei 533 Dollar.
Und tatsächlich: Die fünfte Kaufempfehlung von Zakys Börsenbrief Bullish Cross traf erneut ins Ziel. Einen Tag später touchierte Apple noch einmal die 530-Dollarmarke, um seitdem beständig an Wert zu steigen. In den vergangenen fünf Handeltagen gingen die Anteilsscheine von Apple schließlich komplett in den Rallye-Modus über: Das Papier zog von 566 Dollar in der letzten Woche auf gestern in Spitze 614 Dollar an. Es war das erste Mal seit Ende April, dass die Apple-Aktie wieder über die Marke von 600 Dollar notiert. 
Erleichterung über Einigung im iPad-Namensrechtestreit in China
Woher kommt der Ausbruch, der den wertvollsten Konzern der Welt binnen einer Woche noch mal um rund 40 Milliarden Dollar verteuerte? Drei Gründe sind Wesentlichen für den Kursausbruch verantwortlich: Das ist zunächst einmal das Ende des schier endlosen Streits um die iPad-Markenrechte in China, der am Montag mit einer Zahlung von 60 Millionen Dollar endete.  
So bizarr der Vergleich anmutet – Apple hatte bereits vor dem Debüt des iPads die Rechte erworben, die aber in Festlandchina nicht anerkannt wurden –: Für Apple ist Zahlung der Vergleichsumme Peanuts. Im vergangenen Quartal verdiente der wertvollste Konzern der Welt mehr als 127 Millionen – am Tag. Ungleich wichtiger ist das Ende der Unsicherheit, den boomenden Tablet-Mac im nach den USA wichtigsten Absatzmarkt im Worstcase nicht mehr verkaufen zu können. 
iPad mini-Gerüchte beflügeln
Und noch ein zweites Mal sorgte Apples jüngste Produktsparte für Euphorie bei Anlegern. Nach bemerkenswert übereinstimmenden Presseberichten scheint Apple tatsächlich ein kleines Modell seines Tablet-Bestsellers auf den Markt bringen zu wollen. Zwar hielt Steve Jobs von Tablets im 7-Zoll-Format wenig, doch CEO Tim Cook scheint nicht einzusehen, dieses Marktsegment der Konkurrenz überlassen zu wollen. 
Amazon drängte mit seinem Kindle Fire Ende vergangenen Jahres bereits in den Markt der Billigtablets, Google zieht im Juli mit seinem Nexus 7 in den USA nach. Entsprechend mutmaßen Branchenexperten, dass Apple schon im Oktober ein iPad vorstellen und zur Weihnachtssaison verkaufen könnte – ohne Retina-Display, dafür zu Kampfpreisen zu 249 oder 300 Dollar. 
Ein iPad mini wäre ein signifikantes Abweichen von der Ein-Produkt-ein-Gerät-Strategie Apples: Das iPad und iPhone kamen bislang in jeder neuen Generation lediglich in unterschiedlichen Farb- oder Speicherplatz-Variationen daher – Steve Jobs hasste bekanntermaßen die Verwässerung der Marke. Eine Ausnahme stellt indes der MP3-Player iPod her, der zur regelrechten iPod-Familie ausgebaut wurde und am Ende in vier verschiedenen Gerätetypen erhältlich war (Classic, nano, shuffle, touch).
Wall Street weiter sehr zuversichtlich
Analysten bewerten eine mögliche Verbreiterung der iPad-Sparte bereits sehr positiv. Brian White von Topeka Capital hob seine Schätzungen mit einem iPad auf 126 Millionen verkaufte Geräte an, was angesichts von 27 Millionen Stück in den vergangenen zwei Geschäftsquartalen extrem optimistisch erscheint. Topeka Capital hob darauf sein Kursziel für die Apple-Aktie auf sportliche 1001 Dollar an – und zwar bis Ende des Jahres!
Etwas geerdeter erscheint da das Kursziel von Bullish Cross-Gründer Andy Zaky, der Apple bis Ende 2012 zumindest bei 750 Dollar sieht. Vermögensverwalter Cody Willard, der die Apple-Aktie bereits 2003 zu Kursen von 7 Dollar einsammelte und zuletzt noch mal nachkaufte, sieht Apple bei 700 Dollar – "in den nächsten Monaten". Der zuletzt steile Kursausbruch wäre demnach nur Vorbote. Maßgeblicher Treiber der nächsten Kursbewegung dürften die Quartalszahlen sein, die Apple am 24. Juli nach Handelsschluss vorstellt. 

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