Apple: 26 Mio. verkaufte iPhones nicht genug

Zweite Ergebnisverfehlung in neun Monaten unter CEO Tim Cook: Wie von einigen Analysten vermutet, haben sich Apples Geschäfte im Juni-Quartal eingetrübt. Zwar konnte der Kultkonzern aus Cupertino seine Umsätze um 22 Prozent und seine Gewinne um 21 Prozent steigern, doch das war weniger als die Wall Street im Durchschnitt prognostiziert hatte. Apple nannte als Gründe die Eurokrise und Käuferzurückhaltung vorm nächsten iPhone-Launch. Die Folge: Die Aktie fällt deutlich.

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Zweite Ergebnisverfehlung in neun Monaten unter CEO Tim Cook: Wie von einigen Analysten vermutet, haben sich Apples Geschäfte im Juni-Quartal eingetrübt. Zwar konnte der Kultkonzern aus Cupertino seine Umsätze um 22 Prozent und seine Gewinne um 21 Prozent steigern, doch das war weniger als die Wall Street im Durchschnitt prognostiziert hatte. Apple nannte als Gründe die Eurokrise und Käuferzurückhaltung vorm nächsten iPhone-Launch. Die Folge: Die Aktie fällt deutlich. 
Die Skepsis war berechtigt: In den vergangenen Wochen waren ungewohnt kritische Töne aus dem Analystenlager zur jüngsten Geschäftsentwicklung von Apple zu hören. Die Gelddruckmaschine des wertvollsten Konzerns der Welt würde sich doch nicht etwa langsamer drehen? 
Sie tat es doch, wenn auch auf einem vergleichsweise turmhohen Niveau. 8,8 Milliarden Dollar oder 9,32 Dollar je Aktie fuhr Apple im abgelaufenen Juni-Quartal ein – 21 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Umsätze klettern immerhin um 22 Prozent auf 35 Milliarden Dollar.

Mit Ausnahme von Ölmultis gibt es keine anderen Konzerne, deren Geschäfte sich in diesen Dimensionen entwickeln. Mit einem Profit in dieser Höhe ist Apple in diesem Quartal sogar weltweit unerreicht. Und doch bricht die Aktie nachbörslich um mehr als 33 Dollar oder knapp 6 Prozent auf 567 Dollar ein. 

‚Gut’ war diesmal nicht gut genug für Apple
Entscheidend für den Ausverkauf waren am Ende schließlich die nicht erfüllten  Erwartungen der Wall Street, die lagen für Apples jüngstes Quartal bei 10,35 Dollar je Aktie bei Umsätzen von 37,1 Milliarden Dollar gelegen hatten.
Apple hat sich aber nun den Luxus erlaubt, diese sogenannten Konsensschätzungen der Analysten um rund zwei Milliarden Dollar oder einen ganzen Dollar je Aktie zu unterbieten. Dazu kommt ein mit 7,65 Dollar je Aktie nahezu unterirdischer Ausblick auf das laufende Quartal – hier rechnete die Wall Street mit 10,32 Dollar. 
26 Millionen verkaufte iPhones sind nicht genug
Verantwortlich für die  schwächer als erwartete Konzernbilanz sind die iPhone-Absätze. 26 Millionen Stück verkaufte Apple zwischen Anfang April und Ende Juni. Das waren immerhin 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Erwartet wurden von der Wall Street indes 28 bis 29 Millionen Stück. Da die iPhone-Sparte inzwischen die Hälfte von Apples Umsätzen und Gewinnen ausmacht, ist die Ergebnisverfehlung schnell erklärt. 
Da half auch die positive Überraschung der iPad-Absätze nichts. 17 Millionen Stück wurden statt der 16 Millionen erwarteten Tablet-Macs abgesetzt. Auch das iPod-Segment entwickelte sich mit 6,8 Millionen verkauften Apple-MP3-Playern besser als von Wall Street prognostiziert. Die Mac-Absätze lagen mit 4 Millionen Einheiten dagegen leicht unter Erwartungen (4,2 Millionen Stück), aber noch marginal über dem Vorjahresniveau (plus 2 Prozent). Von der Set-Top-Box Apple TV wurden immerhin 1,3 Millionen Einheiten verkauft.
Die Eurokrise trifft auch Apple
An der Wall Street brach indes Sekunden nach Veröffentlichung der Quartalsergebnisse der Sturm los. Die Apple-Aktie brach sofort um 15, 20, 30, in der Spitze sogar um 37 Dollar ein. Auch die anschließende Telefonkonferenz trug wenig zur Beruhigung bei. Apple-CEO Tim Cook erklärte die schwächeren Ergebnisse mit der Käuferzurückhaltung von einer "Produktüberholung im Herbst" – gemeint kann damit nur der nächste iPhone-Lauch sein. 
Doch es gab auch makroökonomische Gründe für die schwächere Quartalsentwickung: Cook und Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer sprachen explizit die schwelende Eurokrise an. "Das Europageschäft war im Wesentlich auf Vorjahresniveau. Im Frankreich, Italien und Griechenland haben sich die Geschäfte schlecht entwickelt", legte der Apple-CEO den Finger in die Wunde. Lediglich Deutschlange legte gegen den Trend zu – wenn auch nur im einstelligen Umsatz-Bereich. 
Am Ende der Telefonkonferenz versuchte Tim Cook dann noch etwas Aufbruchsstimmung zu erzeugen, ohne das offene Geheimnis kommender Produktlaunches zu verraten. Die Bilanz des abgelaufene Quartals wurde zu einem Ausdruck der Geduld der Apple-Fans umgedeutet. "Ich freue mich, dass die Leute auf die nächste große Sache warten. Ich kann damit sehr gut leben." Ob Steve Jobs das ähnlich gesehen hätte?

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