P7S1-Aktie: Kurstreiber Nordeuropa-Geschäft

Der Sommer war gnädig zu deutschen Medienaktien. Zweistellige Kurszuwächse, soweit die Charts reichten: Axel Springer und Sky legten in den vergangenen drei Monaten deutlich zu. Vor allem aber Aktionäre von ProSiebenSat.1 haben nach einer längeren Konsolidierungsphase Grund zur Freunde: Die Papiere des Münchner Senderkonglomerats sprinteten unlängst auf das höchste Kursniveau seit Mai. Banken versenden wegen einer Offerte für das Nordeuropa-Geschäfts Kaufempfehlungen.

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Der Sommer war gnädig zu deutschen Medienaktien. Zweistellige Kurszuwächse, soweit die Charts reichten: Axel Springer und Sky legten in den vergangenen drei Monaten deutlich zu. Vor allem aber Aktionäre von ProSiebenSat.1 haben nach einer längeren Konsolidierungsphase Grund zur Freunde: Die Papiere des Münchner Senderkonglomerats sprinteten unlängst auf das höchste Kursniveau seit Mai. Banken versenden wegen einer Offerte für das Nordeuropa-Geschäfts Kaufempfehlungen. 
Ein Wettlauf mit der Vergangenheit endet selten gut – erst recht an der Börse, wenn Jahre zu alten Höchstkursen vergangenen sind. Für Aktionäre von ProSiebenSat.1 sieht der Vergleich mit nostalgisch verklärten guten, alten Zeit mittlerweile wieder besser aus: Die P7S1-Aktie befindet sich wieder deutlich im Aufwind. 
Wie viele deutsche Medienwerte – und der Aktienmarkt in der Breite – konnten sich auch Anteilseigner von ProSiebenSat.1 in den Sommermonaten über deutliche Kurszuwächse freuen. Bei  Kursen um 19 Euro notiert die P7S1-Aktie in diesen Tagen immerhin wieder auf dem höchsten Niveau seit fast vier Monaten. Mehr als 35 Prozent Gewinn haben Aktionäre seit Jahresbeginn eingefahren. Nach Sky ist ProSiebenSat.1 damit die bislang erfolgreichste deutsche Medienaktie des Jahres.
Banken sehen höheres Kurspotenzial
Nach soliden Quartalsergebnissen sorgten jüngste Spekulationen über ein Kaufinteresse am Nordeuropa-Geschäft für Kurszuwächse. Ein Konzernsprecher berichtete Ende vergangener Woche von einer Kaufofferte, ohne Namen zu nennen. 
Das Echo folgte unterdessen von Bankseite: Die Investmentgesellschaft Kepler Capital bestätigte ProSiebenSat.1 daraufhin mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 23 Euro. Barclays sieht unterdessen ein Kurspotenzial von 21,50 Euro. 
Im vergangenen Jahr bereits belgische und niederländische TV-Töchtern verkauft
Allerdings würde sich ProSiebenSat.1 mit einem Verkauf des Nordeuropa-Geschäfts von einem maßgeblichen Wachstumstreiber trennen. Vor allem die skandinavischen Sender in Norwegen und Dänemark verzeichneten im vergangenen Jahr "hohe Wachstumsraten in einem sehr positiven Konjunkturumfeld" – und hatten damit maßgeblichen Anteil am einstelligen Plus des Konzernergebnisses. Das deutsche TV-Geschäft gilt nicht zuletzt wegen des Sorgenkinds Sat.1 als umkämpft. 
Das zu den Private Equity-Investoren gehörende Münchner Senderkonglomerat hatte sich im vergangenen Jahr von den belgischen und niederländischen TV-Töchtern getrennt und damit die immensen Verbindlichkeiten um 1,2 Milliarden Euro drücken können. Nach Äußerungen von Konzernchef Thomas Ebeling stand ein möglicher Verkauf des Nordeuropa-Geschäft in den nächsten Jahren indes nicht zur Diskussion. Bis vergangene Woche. Aus München hieß es nun, man prüfe die Kaufofferte.

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