Verwirrung um Lanz-Interview

Fernsehen Achtung: Update am Textende! Vorlage für einen kleinen TV-Zickenkrieg: Knapp fünf Wochen vor dem Start seiner ersten "Wetten, dass..?"-Sendung am 9. Oktober geht Markus Lanz in die verbale Offensive. Im neuen Focus sagte er zum Einstieg seines Vorgängers beim "Supertalent": "Ich bin mir ganz sicher, dass er 'Wetten, dass ...?' schaden will". Im Vergleich zur Gottschalk-Ära will der neue Moderator, weniger auf Hollywood-Glamour setzen und dafür die Wetten wieder stärker in den Vordergrund stellen.

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Deshalb soll es nun eine Wette pro Sendung mehr geben. Zudem ist vorgesehen, dass die Promis jeweils die Wette vorstellen sollen, für die sie Pate stehen. "Vielleicht geht es jetzt darum, ihren Kern wieder freizulegen. Der Schwerpunkt hatte sich etwas verlagert. Die Hollywood-Prominenz stand zuletzt stärker im Vordergrund als am Anfang", sagte der 43-Jährige dem Focus. Zudem soll die Sendung offenbar nicht zu perfekt werden. So wolle er versuchen, „dieses leicht Unberechenbare zu kultivieren, das nur in einer Live-Sendung entsteht. Ich freue mich immer, wenn es in unserer Talkshow holpert und nichts mehr seinen sozialistischen Gang geht.“
Bereits jetzt spüre Lanz den Quoten-Druck, der auf ihn lastet. Er empfindet ihn jetzt schon als "sehr hoch". Aber er versucht "tapfer, ihn zu ignorieren". Mitverantwortlich für möglicherweise schwächere Einschaltquoten könnte auch Thomas Gottschalk sein, der zusammen mit RTLs „Supertalent“ an mehreren Samstagen bis Weihnachten in direkter Konkurrenz zu "Wetten, dass..?" antritt. Trotzdem bleibe Gottschalk sein Held. "Ihn ersetzen zu wollen, wäre vermessen. Ich erinnere mich gut an seine ersten Auftritte: eine Naturgewalt! Deshalb ist er einer der Helden meiner Jugend und wird es immer bleiben."

Sollten die ersten Shows in die Hose gehen und die Kritik an dem ZDF-Moderator zunehmen, weiß er schon, wie er damit umgehen muss: „meine Abwehrstrategie: kein Facebook, kein Twitter.“
Da Lanz vor dem Quoten-Duell nun schon die erste verbale Attacke gefahren hat, wird es spannend sein zu sehen, wie Gottschalk reagiert.

Update (So. 16.52 Uhr):
Laut Bild.de ist das Focus-Zitat falsch. Es müsste eigentlich heißen, dass Gottschalk „Wetten, dass..?“ nicht schaden will. So zitiert Bild.de den ZDF-Sprecher ZDF-Sprecher Alexander Stock: „In der entsprechenden Interviewpassage mit dem Focus hatte Markus Lanz wörtlich gesagt: ‚Ich bin mir ganz sicher, dass er ‚Wetten, dass..?‘ nicht schaden will.‘ Das Wort ’nicht‘ ist im Zuge der Autorisierung des Interviews aus nicht nachvollziehbaren Gründen gelöscht worden. Leider ist uns der Fehler nicht aufgefallen.”
Weiter sagte Markus Lanz Bild.de: „Ich weiß, dass Thomas Gottschalk nichts ferner liegt, als der Sendung, die so sehr mit ihm verbunden ist, zu schaden. Warum das Wörtchen ,nicht` aus dem Originalzitat gerutscht ist, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass es sehr viel wichtigere Probleme auf der Welt gibt als das."
Dies lässt der Focus allerdings nicht auf sich sitzen. So stellen die Münchener nun ihrerseits fest: "Durch die Pressemitteilung des ZDF entsteht der Eindruck, das Nachrichtenmagazin Focus hätte bei der Autorisierung des Interviews mit Markus Lanz in der aktuellen Ausgabe (erscheint am 3. September) einen Fehler begangen. Das Gegenteil ist der Fall. In der dem Nachrichtenmagazin Focus vom ZDF übermittelten autorisierten Fassung steht der Satz: "Ich bin mir ganz sicher, dass er (gemeint ist Thomas Gottschalk, Anm. der Redaktion) ,Wetten, dass…? schaden will.""

Weiter heißt es: "Die Focus-Redaktion hatte die ZDF-Pressestelle am Donnerstagnachmittag darauf hingewiesen, dass das Originalinterview vom ZDF bei der Autorisierung an mehreren Stellen massiv geändert worden sei. Die Redaktion hatte deswegen Gesprächsbedarf angemeldet. Daraufhin erklärte das ZDF per E-Mail, eine nochmalige Überarbeitung ist sicher schon zeitlich nicht möglich, das Interview mit Markus Lanz sei "gelungen" und außerdem "dicht am Original". "

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