Rabe: „G+J ist Teil von Bertelsmann“

Publishing In der Manier eines Bundespräsidenten erklärte Thomas Rabe am Freitagvormittag, Gruner+Jahr sei "Teil der Strategie von Bertelmann". Der CEO des Medienkonzerns sagte: "Qualitätsjournalismus ist und bleibt ein Anliegen." Rabe möchte den Anteil der Jahr Holding an G+J in einen Bertelsmann-Anteil wandeln. Mit den Jahrs befände man sich "aktuell in Gesprächen". Den Rücktritt von G+J-Chef Bernd Buchholz als Mitglied des Konzernvorstands bedauere er. Im Fokus scheint die Nachbesetzung derzeit aber nicht zu stehen.

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Klare Priorität für Rabe hat allem Anschein nach der Deal mit der Familie Jahr, der derzeit verhandelt wird. Wir erinnern uns: Vor einer Woche hatte das Manager Magazin enthüllt, dass Rabe die 25,1 Prozent der Jahr Holding an G+J in einen Direktanteil an Bertelsmann tauschen will. Etwa 5 Prozent am Konzern wäre Rabe die Umwandlung angeblich wert. Derzeit schrumpfe der Wert von G+J, darum liege der Umtausch im Interesse der Jahrs. Umgekehrt profitiere Bertelsmann von einem größeren Handlungsspielraum, wenn die Familie erst mal nicht mehr direkt an G+J beteiligt sei.

Der Rücktritt von Buchholz hat nun die Verhandlungen gestört. Buchholz wollte sich nicht via Manager Magazin mit einer "Spielzeuglokomotive" verglichen wissen. Wann, wie und von wem er an der Spitze von G+J abgelöst wird, ist noch unklar. Es ist durchaus möglich, dass sich Gütersloh mit der Entscheidung noch so lange Zeit lässt, bis der Deal mit Familie Jahr in trockenen Tüchern ist. Klar ist indes aber auch, dass Buchholz beim Management Meeting in zwei Wochen in Gütersloh, bei dem 500 Leistungsträger aus aller Welt zusammenkommen, nicht dabei sein wird.

Eine Spekulation, ein künftiger Vorstandschef von G+J müsse ja nicht unbedingt in Hamburg sitzen, sondern könne auch von der Konzernzentrale in Gütersloh agieren, wies Rabe in einer Telefonkonferenz anlässlich der Präsentation der Halbjahreszahlen zurück. Es werde keinen G+J-Vorstand außerhalb von Hamburg geben. Als ernsthafte Favoriten für die Nachfolge von Buchholz gelten Auslands-Vorstand Torsten-Jörn Klein und Bertelsmanns neuer Digital-Vorstand Thomas Hesse. 

Rabe hat bereits signalisiert, dass bei Gruner + Jahr vor allem die Digitalisierung des Kerngeschäfts vorangetrieben werden soll. In Zukäufen und dem Aufbau einer neuen Geschäftssäule – zum Beispiel das bei G+J anvisierte Professional Publishing – sieht Rabe derzeit offenbar weniger Chancen. Als Beispiele, wo es bei G+J gut vorangehe, nannte Rabe die Digitalvermarktung und das Geschäft in China und Indien.

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