Neue FTD.de setzt auf Luxus und Panorama

Publishing Das Ende eines der spannendsten Web-Experimente einer deutschen Nachrichten-Website. Nach rund drei Jahren nimmt die Online-Ausgabe der Financial Times Deutschland den Nutzern die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, in welcher Version ("Schnellleser", "Meinungshungrige") sie die Startseite sehen wollen. Stattdessen setzt das neue Angebot auf mehr Meinung, ein leichteres Layout und stärker auf bunte Themen. Gerade auch in diesem Bereich konnte der Rivale Handelsblatt.com in den vergangenen Monaten punkten.

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Künftig will FTD.de über die neuen Ressorts "Panorama" und "Luxus" verstärkt auch andere Storys als reine Wirtschaftsnews aufgreifen und zu Klicks machen. Die thematische Ausweitung ist ein logischer Schritt, um die Reichweite und den Traffic zu erhöhen. Konkurrenten wie das Handelsblatt oder die Wirtschaftswoche setzen schon länger auch auf populäre Storys, die nicht direkt mit dem faktenbasierten Wirtschaftsalltag zu tun haben.
Einen Traffic-Turbo kann FTD.de wirklich gut gebrauchen. Im Juli erreichte das Business-Angebot 10,69 Millionen Visits. Innerhalb eines Jahres konnten die Besuche so um rund eine Millionen Visits erhöht werden. Handelsbaltt.com steigerte im selben Zeitraum seine Visits um rund sechs Millionen. Von 10,05 Millionen auf 16,88 Millionen Besuche. Das heißt allerdings auch, dass die Düsseldorfer vor einem Jahr noch in Schlagdistanz zu FTD.de lagen und mittlerweile weit enteilt zu sein scheinen.

Die neue Startseite von FTD.de
Die Seiten-Renovierung soll nun helfen, die Traffic-Lücke wieder zu schließen. So präsentiert sich die Seite jetzt übersichtlicher und großzügiger. Zudem bekommen die Kommentare nun noch einen wesentlich prominenten Platz auf der Homepage zugewiesen.
Dieser Umbau soll allerdings nur der Startpunkt sein. In seinem Editorial kündigt der Chefredakteur Steffen Klusmann an, dass diese Neuerungen "nur ein erster Schritt" sind. "Wir werden FTD.de kontinuierlich weiterentwickeln".
Die Netz-Renovierung erfolgt damit noch vor dem angekündigten Print-Relaunch, in dessen Zuge die Zeitung von Montag bis Donnerstag nur noch mit zwei statt wie bisher mit vier Büchern auskommen soll. Das bedeutet, das Blatt wird an vielen Tagen dünner als bisher. Dafür soll die Freitagausgabe aufgewertet werden. Tatsächlich will Klusmann mit dem Print-Umbau einen "Case für eine digitale Transformation" schaffen. So gesehen ist auch die neue Online-Ausgabe ein weiterer Schritt auf diesem Weg.

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