Darmstädter Echo will aus Tarifbindung aussteigen

Publishing Der Verlag des Darmstädter Echo plant laut ver.di Hessen den Ausstieg aus den Tarifverträgen für Redakteure und weitere Angestellten des Verlags. "Uns liegen Informationen vor, wonach alle 400 bisher tariflich Beschäftigten in tariflose Tochtergesellschaften überführt werden sollen", sagt Manfred Moos, Leiter des ver.di-Fachbereichs Medien in Hessen. Das Darmstädter Echo war bislang noch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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"Wenn die neuen Informationen zutreffen, verschärft das Medienhaus Südhessen mit seinem Flaggschiff Darmstädter Echo nun noch einmal drastisch das Tempo bei der Tarifflucht", sagt Moos. Betroffen sind etwa 100 Redakteure und 300 weiter Verlagsangestellte. Moos kündigt an, dass ver.di in den kommenden Wochen die Beschäftigten umfassend über die Folgen des Plans informieren werde.
Ver.di betont, dass die Lage der Angestellten ohnehin kritisch sei: "Die Echo-Beschäftigten haben in den vergangenen Jahren wie ihre Kolleginnen und Kollegen in anderen Zeitungshäusern bereits erhebliche Reallohnkürzungen hinnehmen müssen." Die Tarifgehälter der Redakteurinnen und Redakteure seien seit 2010 gerade einmal um 1,5 Prozent gestiegen, die der Angestellten um 2,0 Prozent. 2009 lies der Echo-Verlag bereits die eigene Druckerei schließen, in der die Mitarbeiter nach Tarif bezahlt wurden, und beauftragt seit dem ein tarifloses Druckzentrum in Rüsselsheim.
Das Darmstädter Echo ist mit seinen verschiedenen Ausgaben die führende Regionalzeitung in Südhessen. Dennoch muss es mit einer rückläufigen Auflage kämpfen. In den vergangenen zehn Jahren sank der Gesamtverkauf um über 22.000 Exemplare auf zuletzt knapp 83.000. Der Rückgang findet fast ausschließlich bei den Abonnements statt: Diese gingen im gleichen Zeitraum um über 20.000 zurück. Derzeit haben etwa 76.500 Personen das Darmstädter Echo abonniert.

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