Titanic-Sieg: Heiliger Stuhl zieht EV zurück

Publishing Der Papst zieht zurück: Einen Tag bevor das Landgericht Hamburg den Widerspruch gegen die einstweilige Verfügung gegen die Titanic um ihr umstrittenes Papst-Cover verhandeln kann, macht die Kirche einen Rückzieher. „Nach eingehenden Beratungen ist der Heilige Stuhl zur Entscheidung gelangt, eine Rücknahme des Antrags auf einstweilige Verfügung gegen den Titanic Verlag zu veranlassen“, heißt es in einer dürren Pressemitteilung des Staatssekretariates des Apostolischen Stuhls.

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Die Redaktion ist damit allerdings noch nicht gänzlich aus dem Schneider. Denn weiter heißt es in der Mitteilung, dass zugleich weitere rechtliche Maßnahmen geprüft würden, „um Angriffen auf die Würde des Papstes und der katholischen Kirche wirksam zu begegnen“.

"Wir sehen uns in einer Tradition mit Giordano Bruno, Galileo Galilei und Margot Käßmann, die alle im Nachhinein Recht bekommen haben", kommentiert Titanic-Chefredakteur Leo Fischer den Rückzieher der Kirche. "Ob das 500 Jahre oder fünf Monate gedauert hat, ist vor der Ewigkeit ohne Bedeutung."

Damit verhindert die Kirche aber nicht das bunte Happening, das die Redaktion in Hamburg rund um den Prozess geplant hatte. So veranstaltet der „politische Arm der Titanic, die Partei DIE PARTEI"  vor dem Gerichtsgebäude einen Mittelaltermarkt . „Geboten werden u.a. Jongleure, Feuerspucker, ein Pranger und die Möglichkeit, eine Hexe zu verbrennen (symbolisch). Interessierte Bürger sollen sich so in die Lebenswelt des Papstes hineinversetzen können und dürfen. Weiteres Highlight: Gratis in der Bibel blättern“, heißt es in der Facebook-Ankündigung.

Bereits im Juli hatten die Anwälte von Papst Benedikt XVI. vor dem Hamburger Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen das Satiremagazin erwirkt. Demnach darf die Titanic ihr damaliges Titelbild nicht länger verbreiten. Der Papst hat sich gegen das Cover gewehrt, das ihn mit einer gelb befleckten Soutane zeigt. Dazu hatte die Titanic in Anspielung auf “Vatileaks” getextet: “Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden!”.

Neben dem Landgericht in Hamburg, muss sich allerdings auch der Presserat mit dem Fall beschäftigen. Wie Domradio.de berichtet, gingen bei den Medienwächtern bislang rund 175 Beschwerden gegen Cover ein. Der Presserat wird sich am 27. September mit dem Titelbild des Magazins befassen.

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