Mohn: „Beginn eines Konzernumbaus“

Publishing Christoph Mohn übernimmt zum 1. Januar 2013 den Vorsitz des Bertelsmann-Aufsichtsrats. Er folgt auf Gunter Thielen. Der Sohn von Reinhard und Liz Mohn war der Wunschkandidat auf dem Posten. "Bertelsmann befindet sich aktuell am Beginn eines langfristigen Konzernumbaus", sagte der ehemalige Chef von Lycos Europe. Der Aufsichtsrat werde diesen Wandel "ebenso konstruktiv wie kritisch begleiten". Im Tandem mit Vorstandschef Thomas Rabe wird Mohn einen Balanceakt hinlegen müssen.

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Für Rabe gilt es, Bertelsmann im globalen Medienbusiness wieder etwas weiter nach vorne zu bringen. Für Mohn gilt es, diesen Kurs einerseits zu stützen, andererseits aber auch die Interessen der Familie zu wahren. Und die sind darauf ausgelegt, keinen Fitzel der Kontrolle über den Konzern abzugeben, wenn das nicht unbedingt nötig ist. Darum auch die Umfirmierung von einer AG in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien. Einen Börsengang jedweder Coleur hat die Familie offenbar abgesagt.

Also müssen andere Wege her, um an frisches Kapital zu kommen, mit dem der Um- und Aufbau finanziert werden kann. Wie das gelingen kann, wird Rabes Aufgabe sein. Die Leitplanken des Umbaus muss aber der Aufsichtsrat mit Mohn an der Spitze festlegen. Besonders werde das Kontrollgremium auf "die Wahrung unserer Unternehmenskultur" achten, sagte Mohn. Eine klarer Verweis an seinen Vater Reinhard, dem die Kultur des Medienkonzerns – in der Außendarstellung immer, nach innen meistens – über alles ging.

Derzeit tagen die Bertelsmann-Strategen in Berlin. Kopfzerbrechen bereitet ihnen aktuell, dass G+J-Chef Bernd Buchholz seinen Posten im Bertelsmann-Vorstand hingeschmissen hat. Angeblich soll Rabe sogar das für Mitte September angesetzte Management-Meeting in Gefahr sehen. Ein Fall für die neuen Chefs, die Bertelsmann-Unternehmenskultur so hoch wie möglich zu halten.

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