Ein Jahr Tim Cook: der 76 Prozent-Mann

Ein Jahr ist es her, als Steve Jobs in einem bewegenden Brief seinen endgültigen Rücktritt als CEO einreichte. Tim Cook, seit Jahren sein Stellvertreter, übernahm. Die Skepsis, was der Nachfolger zu leisten im Stande wäre, war groß. Doch Cook übererfüllte die Herkulesaufgabe: In den ersten zwölf Monaten als neuer Apple-CEO punktete der Marathon-Fan mit dem Launch eines neuen iPhones und iPads, vor allem aber mit der Einführung einer Dividende. Der Lohn der Wall Street: Eine exorbitante Wertsteigerung von 76 Prozent.

Werbeanzeige


Ein Jahr ist es her, als Steve Jobs in einem bewegenden Brief seinen endgültigen Rücktritt als CEO einreichte. Tim Cook, seit Jahren sein Stellvertreter, übernahm. Die Skepsis, was der Nachfolger zu leisten im Stande wäre, war groß. Doch Cook übererfüllte die Herkulesaufgabe: In den ersten zwölf Monaten als neuer Apple-CEO punktete der Marathon-Fan mit dem Launch eines neuen iPhones und iPads, vor allem aber mit der Einführung einer Dividende. Der Lohn der Wall Street: Eine exorbitante Wertsteigerung von 76 Prozent.
Es war der Tag, vor dem sich Apple-Anhänger immer gefürchtet hatten – der Tag des endgültigen Abschieds. „Ich habe immer gesagt, wenn jemals der Tag kommt, an dem ich meine Aufgaben und Erwartungen als CEO nicht länger erfüllen kann, werde ich Sie es als erster wissen lassen. Leider ist dieser Tag gekommen“, schrieb Steve Jobs vor exakt einem Jahr in einem Offenem Brief. Sechs Wochen später erlag der Apple-Gründer seinem schweren Krebsleiden.
Die Nachfolgeregelung stand indes lange fest. Kronprinz Tim Cook hatte viele Jahre Zeit, in seine neue Rolle hineinzuwachsen. Bereits 2004, als der Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Jobs diagnostiziert wurde und sich der Apple-Gründer einer einmonatigen Auszeit unterziehen musste, leitete der damalige COO die Geschicke Apple.2009, als sich Jobs einer Lebertransplantation unterzog, übernahm Cook bereits für ein halbes Jahr. Anfang 2011 dann folgte die dritte interimsmäßige Vertretung die schließlich vor einem Jahr in die endgültige Übernahme der Amtsgeschäfte als Vorstandschef mündete.

Jobs’ Vermächtnis: „Die besten Tage liegen noch vor Apple“ 
Das Erbe schien überlebensgroß. „Ich glaube, dass die besten und innovativsten Tage noch vor Apple liegen“, prophezeite Jobs in seinem letzten offiziellen Statement – und sollte wieder einmal Recht behalten.
Zumindest an der Börse: Bei 376 Dollar hatte die Apple-Aktie am 24. August geschlossen, ehe Jobs’  Demission nachbörslich bekannt gegeben wurde. 662 Dollar waren es gestern – fast 300 Dollar oder exakt 76 Prozent mehr. Positiver kann das Zeugnis der Wall Street kaum ausfallen.
Erfolgsbilanz: Gelungene iPhone 4S und iPad-Launchs, Einführung einer Dividende
Tim Cook hat ein Traumdebüt als Apples neuer Vorstandschef hingelegt, das dem kühlen Rechner, der seit Jahren Geschäfte operativ lenkte, wohl in dieser Form kaum jemand zugetraut hatte. Cook überzeugte auf allen Ebenen: Er hat die beiden großen Produktlaunches, das iPhone 4S im vergangenen Oktober und die dritte iPad-Generation im März, souverän auf den Weg gebracht.
Doch mehr noch: Cook hat es auch verstanden, eigene Akzente zu setzen. In der Kommunikationspolitik ist Apple offener geworden, Probleme beim größten Zulieferer Foxconn wurden proaktiv angegangen. Vor allem jedoch brach Cook mit Jobs‘ langjähriger Geldpolitik und beteiligte Aktionäre nach 17 Jahren mit der Ausschüttung einer Dividende wieder am Unternehmenserfolg. Die Aktie haussierte seitdem ohne Unterlass und machte Apple schließlich vor wenigen Tagen zum wertvollsten Konzern aller Zeiten – mehr geht in einem Jahr nicht.
Dass der 52-Jährige aber mehr ist, als der akribische Verwalter von Steve Jobs’ Erbe, muss Cook jetzt beweisen. Just nach der einjährigen Aufwärmphase steht der passionierte Marathon-Fan unter dem Erfolgsdruck, jetzt mehr denn je liefern zu müssen: Im September steht der mit Spannung erwartete Vorstellung des neuen iPhones an – es soll der größte Produktlaunch in der Wirtschaftsgeschichte werden.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige