Buchholz legt Bertelsmann-Mandat nieder

Publishing Die Auseinandersetzung zwischen Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe und dem Vorstandschef von Gruner + Jahr, Bernd Buchholz, eskaliert: Wie MEEDIA aus sicherer Quelle erfuhr, hat Buchholz am Mittwochmorgen seinen Posten als Bertelsmann-Vorstandsmitglied mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Damit reagiert der 50-jährige auf die anhaltende Diskussion um die künftige Ausrichtung bei G+J und seinen Verbleib im Amt. Mittlerweile hat Bertelsmann das Ausscheiden von Buchholz bestätigt.

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In der von Bertelsmann verschickten Medienmitteilung heißt es knapp: "Der Aufsichtsrat bedauert diese Entscheidung und bedankt sich bei Bernd Buchholz für die langjährige Zusammenarbeit. Bertelsmann steht als Mehrheitsgesellschafter unverändert zu Gruner + Jahr und unterstützt die Weiterentwicklung des Unternehmens."
Mit seinem Schritt kommt Buchholz einer möglichen Absetzung durch die Gütersloher zuvor, ohne dass er seine arbeitsrechtliche Position schwächt. Denn als Chef des Hamburger Zeitschriftenhauses ist er traditionell auch Mitglied des Konzernvorstands, ohne dass dies vertragliche Konsequenzen hätte. Die Spekulationen um seine Zukunft waren in der vergangenen Woche durch einen Exklusiv-Artikel des manager magazins angeheizt worden.

Darin hieß es u.a., Buchholz habe aus Sicht der Gütersloher „seine Hausaufgaben nicht gemacht“ sowie lediglich „die Zugkraft einer Spielzeuglokomotive“. Zudem betreibe, so das manager magazin, Bertelsmann die komplette Übernahme der Zeitschriftentochter. Letzteres hatte ein Bertelsmann-Sprecher im Kern eingeräumt, sich aber zu den für Buchholz rufschädigenden Spekulationen um dessen Verdienste nicht geäußert.

Das Vorgehen von Buchholz ist dabei nicht ohne Vorbild: Sein Vorgänger Bernd Kundrun hatte im Dezember 2008 ebenfalls seine Ablösung als G+J-Chef durch die Niederlegung seines Bertelsmann-Vorstandsmandats eingeleitet – auch er war zuvor durch einen Bericht des manager magazins desavouiert worden.

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