Die Geheimnisse des Ikea-Katalogs gelüftet

Publishing In diesen Tagen wird der aktuelle Ikea-Katalog 2013 in Deutschland mit der Post verteilt. Das in einigen Teilen der Bevölkerung kultisch verehrte Druckwerk kommt diesmal mit einer besonderen Neuheit: Augmented Reality. Zusammen mit der zum Katalog passenden Smartphone-App, können einzelne Katalogseiten ein bisschen „zum Leben erweckt“ werden, u.a. mit Videos und 3D-Modellen. MEEDIA hat den neuen, lebendigen Ikea-Katalog unter die Lupe genommen.

Werbeanzeige

Zunächst einmal, was versteht man unter Augmented Reality (AR)? Übersetzt bedeutet das soviel wie „erweiterte Realität“, was für die heute verfügbaren AR-Funktionen freilich ein wenig hochtrabend formuliert ist. In der Regel laufen AR-Anwendungen darauf hinaus, dass man mit einer Smartphone-Kamera etwas erfasst und auf dem Smartphone-Bildschirm zusätzliche Inhalte zu sehen sind, die mit der von der Kamera dargestellten Umgebung verbunden werden.

Klingt kompliziert, ist es aber nicht. In der Praxis bedeutet das etwa, dass man sein iPhone oder Android-Phone auf die Seite 98 des neuen Ikea-Katalogs hält. Auf dem Bildschirm des Telefon ist die Katalog-Seite dann plötzlich mit einer Play-Taste für ein Video versehen. Drückt man drauf (auf den Bildschirm), startet ein lustiges kleines Video, das demonstriert, was man mit der auf der Katalogseite abgebildeten Kücheninsel so alles anstellen kann. Teig rollen oder Tischtennis spielen zum Beispiel.

Oder aber der Smartphone-Bildschirm zeigt Computer-Modelle einzelner Möbelstücke, die gleichsam auf der Katalogseite zu stehen scheinen – zu sehen natürlich immer nur auf dem Bildschirm des Smartphones. Solche 3D-Modelle gehören tatsächlich zu den nützlicheren AR-Anwendungen. Da wird auf Seite 192 des Ikea-Katalogs beispielsweise gezeigt, wie sich Schranktüren einer Kommode gefaltet öffnen und auf Seite 216 sieht man, wie der gezeigte Esstisch erweitert werden kann.

Einige der verknüpften Videos sind auch durchaus sinnvoll. Wie etwa wenn Ikea Creative Director Mats Nilsson im Video erläutert, welche Gedanken er sich zu der auf der Katalogseite gezeigten neuen Design-Kollektion gemacht hat. Leider sind solche echten Mehrwert-AR-Schnipsel im Ikea-Katalog eher selten. In den allermeisten Fällen erwartet einen lediglich eine Bildergalerie mit zusätzlichen Fotos und Perspektiven oder ein nett gemachtes aber bestürzend sinnloses Video, in dem etwa Sofas tanzen.

Was AR tatsächlich leisten könnte, bleibt nur in Ansätzen erkennbar. Etwa auf Seite 24, wenn der Smartphone-Bildschirm einen Blick in den verschlossenen Schrank hinein erlaubt. Das ist die eigentliche Faszination von Augmented Reality: dass man auf dem Bildschirm vermeintlich verborgene Dinge entdecken kann.

Weniger, dafür durchdachter, wäre also in diesem Falle also mehr gewesen. Allerdings macht das Herumprobieren mit dem Smartphone und dem AR-Katalog auch so Spaß. Es ist eben der Reiz des Neuen und des Ungewohnten. Technisch sind die AR-Funktionen der neuen Ikea-App sehr gut gelungen. Meist erkennt das Smartphone die hinterlegten Inhalte nach wenigen Sekunden und quittiert dies mit einem Geräusch. Ein kleines Symbol oben rechts zeigt jeweils an, ob eine Katalog-Seite mit AR-Inhalten „aufgeladen“ ist.

Jüngst hat die neue Burda-Frauenzeitschrift Cover auch in größerem Stil AR-Inhalte eingeführt – natürlich hauptsächlich für Online-Shopping. Wenn noch ein paar Erfahrungswerte gesammelt werden, könnte die neue Technik durchaus eine interessante Erweiterung für Printmedien darstellen. Egal ob Katalog oder Zeitschrift.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige