Fernsehen.de startet mit Bundesliga

Publishing Zum Start der Fußball-Bundesliga am 24. August geht es auch für das Start-up Fernsehen.de in die heiße Phase. Fußballfans, die im Besitz eines Smartphones oder Tablets sind, können sich über die App der Hamburger im Social-TV üben. Das heißt: Während der Live-Spiele Tipps abgeben, welchen Verlauf die Partien nehmen. Über die App sollen ab Herbst auch Spiele rund um TV-Castingshows und Quizsendungen entstehen. Hinter Fernsehen.de stehen u.a. Hendrik Dohmeyer und Arndt Groth.

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Die Macher von Fernsehen.de gründen ihr Geschäftsmodell auf der Annahme, dass es eine wachsende Zahl von TV-Zuschauern gibt, die analoges Fernsehen schauen und parallel dazu ihr Handy oder Tablet auf dem Schoß haben. Diesen zweiten Bildschirm, Second Screen genannt, soll die Anwendung möglichst besetzen. Die zweite Annahme: Nutzer lesen nicht nur parallel zum TV ihre Mails oder die letzten News, sondern wollen sich aktiv an dem Geschehen im Fernsehen beteiligen. Also etwa abstimmen, welcher Kandidat demnächst rausfliegt oder vorhersagen, ob der Elfmeter ins Tor geht oder abgewehrt wird. Votings dieser Art soll Fernsehen.de möglich machen. Als Anreiz bekommen die Teilnehmer Punkte für erfolgreiche Vorhersagen.

Die Firma hinter Fernsehen.de heißt Zweitbildschirm GmbH, Geschäftsführer ist Hendrik Dohmeyer. Der hat in den 90er Jahren die Agentur Interactive Marketing Partner gegründet. Die Zweitbildschirm GmbH, zu der das Angebot mit der wertvollen URL Fernsehen.de gehört, existiert erst seit Jahresanfang. Dohmeyer firmiert auch auch als Chef "Operations" des angetrashten Video-People-Portals Smash 247. Doch das wird seit Ende Februar offenbar nicht mehr mit Inhalten bestückt.

Nun soll das – bisher als rein werbefinanziert angelegte – Geschäft mit Social TV anlaufen. Als Beirat und Mitgesellschafter ist Arndt Groth mit an Bord bei Fernsehen.de. Der Online-Vermarktungsexperte hat u.a. den Deutschlandableger von DoubleClick mit aus der Taufe gehoben, war Vorstandsvorsitzender von InteractiveMedia und Europa-Chef des Werbenetzwerkes Adconion. Im Herbst wird er CEO der PubliGroupe in der Schweiz.

Um das Fußball-Geschehen für Social-TV-Zwecke aufzubereiten, hat die Firma eine Kooperation mit der Impire AG abgeschlossen, die offizielle Daten zu Bundesliga und anderen Wettbewerben wie DFB-Pokal und Champions League auswertet und vermarktet. Zur Fußball-EM lief bereits ein Test. Als Werbepartner waren im Juni Kia und Hyundai mit dabei, zum Bundesliga-Start wartet Fernsehen.de noch auf den ersten Werbepartner. Die Sender sollen ihre Formate auf Fernsehen.de auch selber vermarkten können.

Schon ab Herbst 2012 geplant sind Spiele und Social TV Services "rund um Castingshows, Quizshows und Krimis". "Wir sprechen mit allen Sendern", sagt Pressechef Andreas Kühner. Eine Anbindung an Facebook gibt es – so können Nutzer ihre Freunde zu Fernsehen.de einladen. Eine Anbindung oder Integration von Twitter gibt es allerdings bisher nicht. Wie groß die kritische Masse von Nutzern sein muss, damit Social TV auf Fernsehen.de in Schwung kommt, sagt Sprecher Kühner nicht. Aber: "Für das lineare TV ist Social TV eine Riesen-Chance." Ob die Zuschauer, die gerne am TV-Geschehen teilhaben wollen, lieber auf eigens produzierte Apps (wie etwa von "Germany´s Next Top-Model") oder auf eine format- und senderübergreifende Anwendung wie Fernsehen.de zugreifen, wird eine Knackpunkt für die Start-up-Gründer sein.

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