Döpfner: 36 Mio. Euro Schenkungssteuer?

Publishing Springer-Chef Mathias Döpfner könnte vom Fiskus kräftig zur Kasse gebeten werden. Vergangene Woche wurde publik, dass Verlegerin Friede Springer dem Vorstandsvorsitzenden zwei Millionen Aktien im Wert von ca. 72 Millionen Euro geschenkt hat. Macht mit Solidaritätszuschlag 36 Millionen Euro Lohnsteuer, rechnet die Süddeutsche Zeitung vor. Die Frage sei laut Experten, ob die Schenkung allein "aus persönlicher Zuneigung" gemacht worden sei – oder aber, ob es einen beruflichen Anlass dazu gab.

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So richtig günstig wird es allerdings ohnehin nicht, schenkt man den Experten Glauben, die die SZ befragt hat. Sieht das Finanzamt einen beruflichen Hintergrund für die Schenkung, wird die Lohnsteuer unzweifelhaft fällig. Dafür könnte sprechen, dass es im Unternehmen heißt, Frau Springer wolle den Manager mit der Schenkung langfristig an das Unternehmen binden.

Doch auch, falls das Finanzamt einen rein privaten Anlass für die Schenkung feststellt, schnappt sich die Steuer viel Geld. Da der Manager und die Verlegerin zwar befreundet, aber nicht verwandt sind, liege der Schenkungssteuersatz bei 50 Prozent. Macht also bei einem Wert von ca. 72 Millionen Euro zum Zeitpunkt der Schenkung ebenfalls 36 Millionen Steuer.

Eine Ausnahmeregelung beschreibt die SZ auch – die Verschonungsregel für Betriebsvermögen. "Unter bestimmten Umständen", so die Zeitung, könnten 85 Prozent des Betriebsvermögens steuerfrei übertragen werden. Doch eigentlich soll diese Regelung verhindern, dass der Bestand einer Firma gefährdet ist, wenn ihr Eigentümer stirbt. Die Regel greife hier nicht, zudem sei der übertragene Anteil "viel zu klein", zitiert die Zeitung den Experten Gunnar Knorr.

Friede Springer hält nach der Schenkung direkt noch 5 Prozent am Grundkapital des Unternehmens. Die restlichen Anteile hält sie indirekt über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, von der ihr 90 Prozent gehören. Die Witwe von Axel C. Springer hält durchgerechnet mit 51,4 Prozent die Mehrheit an der AG.

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