45 Prozent vermissen TV-Talkshows nicht

Fernsehen Die Sommerpause ist vorbei und die Diskussion um die Talkshow-Schwemme bei ARD/ZDF geht in die nächste Runde. Aktuelles Futter für die Debatte ist eine TNS Emnid-Umfrage im Auftrag des Focus, die zu dem Ergebnis kommt, dass fast die Hälfte der Deutschen (45 Prozent) die Talkshows während der Sommerpause nicht vermisst hätten. Immerhin hatte ein Drittel der Befragten Sehnsucht nach „Günther Jauch“. Die Glücksgefühle dieser Gruppe reichten allerdings auch nur für eine maue Quoten von 3,17 Millionen.

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Nach „Hart aber Fair“ sehnten sich immerhin noch 25 Prozent. „Anne Will“, „Menschen bei Maischberger“ und „Maybrit Illner“ fehlten jeweils 17 Prozent der Befragten. Am besten kamen die meisten offenbar ohne Markus Lanz und „Beckmann“ zurecht. Die Gesprächssendung des neuen „Wetten, dass..?“-Moderators vermissten nur 13 Prozent. Bei Reinhold Beckmann lag dieser sogar nur bei zehn Prozent.

Tatsächlich macht der Focus in seiner Story allerdings keine Angaben zu dem Punkt, wie vielen der Befragten die Frage nach der Sommerpause völlig egal war. So gesehen ist es möglich, dass sich 55 Prozent aller Teilnehmer gar über das Comeback von Jauch, Plasberg & Co. freuen. In absoluten Zahlen wären das immerhin dann über 40 Millionen Menschen.

Wie man auch immer diese Umfrage interpretiert. Die Diskussion über die Qualität und Frequenz der Talk-Formate wird weiter zunehmen. Denn bereits im Juli hatte nach dem WDR und dem NDR auch der Rundfunkrat des MDR gefordert, dass die Programm-Manager sich mit der Qualität von "Anne Will", "Hart aber Fair", "Günter Jauch", "Beckmann" und "Menschen bei Maischberger" beschäftigen sollen. Hauptkritikpunkt: Die Häufung der Formate und die inhaltliche Ähnlichkeit.

Die Verträge mit den Talkmastern der ARD laufen 2013 aus. Stand heute, wird es für die Programm-Manager schwierig werden, die Gesprächsrunden in der aktuellen Konstellation mit den doch sehr unscharfen Trennlinien fortzuführen.

Laut Digitalfernsehen wollen sich nun die Rundfunkräte und Programmausschüsse der Landesrundfunkanstalten mit den Formaten befassen und über die zukünftige Aufstellung des Senders im Talkbereich beraten. Ihre Beratungsergebnisse sollen dann in eine gemeinsame Stellungnahme der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der ARD einfließen.

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