Millionengeschenk für Mathias Döpfner

Publishing Friede Springer, die Mehrheitsaktionärin der Axel Springer AG, hat Vorstandschef Mathias Döpfner knapp 2 Millionen Aktien des Unternehmens geschenkt. Dies entspricht einem Wert von etwa 74 Millionen Euro. Die Transaktion soll am vergangenen Dienstag getätigt worden sein, einen Tag vor dem 70. Geburtstag der Verlegerin. Döpfner hatte ihr im Namen der AG im Gegenzug einen Gutschein für einen Tangokurs überreicht. Eine Schenkung in solcher Höhe ist beispiellos.

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Jetzt kann eigentlich nur noch die Adoption folgen: Mit der Schenkung, die  am Freitag in einer Ad-hoc-Mitteilung kommuniziert wurde, demonstriert die Verlegerin ihre Verbundenheit mit Döpfner. Der ist seit Januar 2002 Vorstandsvorsitzender der AG und hat den Konzern seither von einem Verlustbringer zu einer Cashcow gewandelt – u.a. mit einem konsequenten Digitalisierungskurs.

Das Aktienpaket entspricht 2 Prozent am Grundkapital der Axel Springer AG. Laut Verlagsangaben mindert sich der Anteil, den Frau Springer am Grundkapital der AG hält, damit auf 51,4 Prozent. Sie behält damit also die Stimmenmehrheit. Sie hält Anteile direkt (etwa 5 Prozent) und indirekt über die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik, an der sie 90 Prozent hält (die Gesellschaft hält wiederum 51,5 Prozent an der AG).

Mathias Döpfner besitzt demnach nun 3,26 Prozent am Grundkapital der AG. Der angestellte Manager Döpfner, dessen Vertrag Ende 2011 um weitere fünf Jahre verlängert wurde, bezieht bereits ein üppiges Gehalt, das mit Prämien auf etwa 8 Millionen Euro geschätzt wird. Döpfner hatte bereits im Jahr 2006 Aktien im Wert von 2 Prozent an der AG zu einem vergünstigten Kurs von Friede Springer gekauft. Döpfner verkaufte später einen Teil der Aktien wieder.

Das Unternehmen äußert sich zu der Schenkung nicht – Kommunikatorin Edda Fels weist nur darauf hin, dass es sich um eine "persönliche Angelegenheit" handele. In der Tat ist Frau Springer mit Mathias Döpfner auch privat verbunden, so ist die Verlegerin Patin eines der Döpfner-Kinder. Die Schenkung dürfte auch der Dank für die geleistete Arbeit Döpfners sein. Die war zwar nicht ohne Makel – Stichwort: PIN-Pleite – aber insgesamt für die Shareholder des Unternehmens wertsteigernd.

Ein großes Anliegen der Witwe von Axel Springer dürfte auch sein, dass das Haus im Sinne des verstorbenen Verlegers weitergeführt – und nicht zu einem Übernahmekandidaten wird und etwa an einen Finanzinvestor fällt. In Mathias Döpfner sieht sie die Person, die im Einklang mit ihren Überzeugungen den Konzern weiter unabhängig und erfolgreich führt. Vor diesem Hintergrund wird die Schenkung nachvollziehbar.

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