RTL: Ohne Revolution in die neue Saison

Fernsehen Am Donnerstagnachmittag präsentierte der ewige Marktführer RTL den Medien in Köln sein Programm für die TV-Saison 2012/13. Nachdem die reinen Programminfos bereits seit Mittwochabend bekannt waren, konnten die Journalisten sich nun auch via Trailer ein etwas genaueres Bild vom Programm machen. Ergebnis: Mut zeigt RTL nicht gerade. Zwar hievt man mehr Neues ins Programm als in den vergangenen Saisons, doch das nur in bewährten Genres. Echte Innovationen? Fehlanzeige.

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Die Vorausssetzungen sind klar: RTL muss in der neuen Saison seinen Abwärtstrend stoppen. Nach 19,2% im Januar fiel man bei den 14- bis 49-Jährigen im Februar und März auf 17,6%, im April auf 16,4% und im Mai auf 15,3%. Da viele Formate schwächeln – auch ehemalige Megahits – muss frische Ware her. Vor allem bei den Doku-Soaps und der eigenproduzierten Fiction powert RTL mit viel Neuem. Einiges davon sieht auch so aus, als könnte es durchaus Marktanteile von 20% und mehr holen. "Ärztepfusch – Dr. Gardain klärt auf" beispielsweise, weil es ein brisantes Thema aufgreift und der Protagonist Seriösität wie Zwegat und Rach ausstrahlt. Die neue Rach-Reihe "Rach deckt auf". Oder "Das Jenke-Experiment", weil der "Extra"-Reporter Jenke von Wilmsdorff längst eine eigene Sendung verdient hat.

Auch die Comedyserie "Sekretärinnen" und die internationale Action-Co-Produktion "Transporter" dürften beim RTL-Publikum gut ankommen. Andere Formate wie die neue Staffel von "Der Lehrer" und die Mini-Staffel von "IK-1" dürften es hingegen schwer haben. Auch das Spielfilm-Programm ist nicht gerade mit Blockbustern bestückt und aus dem Segment der US-Serie zieht sich RTL offenbar Schritt für Schritt zurück. Nur zwei Neuheiten – "Person of Interest" und "Dallas" zeugen zumindest nicht davon, dass Hollywood in Zukunft so viel Platz eingeräumt wird wie jetzt.

Schwer dürfte für RTL zudem der Start in die TV-Saison werden, denn viele der Formate sind eher für das Jahr 2013 bestimmt. Bis dahin muss Mittelmaß wie "Christopher Posch – Ich kämpfe für Ihr Recht", "Es kann nur e1nen geben" oder die finalen Folgen der Serien "CSI: Miami" und "Dr. House" den Anwärtstrend stoppen. Ob das gelingt, erscheint vorerst fraglich. Entscheidend für den Sender und seine Chefin Anke Schäferkordt dürfte das neue Jahr werden. Ab Januar zieht die Ausrede, das Sportjahr 2012 habe die Jahres-Marktanteile gedrückt, nicht mehr. Spätestens dann muss das neue Programm überzeugen. Ansonsten ist das vorsichtige Ziel, das Schäferkordt in Köln ausgegeben hat, das "Halten der Marktführerschaft mit deutlichem Abstand zum Wettbewerb" womöglich nur bedingt zu erfüllen.

Details zu den neuen Formaten lesen Sie in unserer Übersicht.

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