Gründer-Front gegen neue Steuer-Pläne

Publishing Gründerszene kämpft für die Web-Wirtschaft: Das Branchenportal hat einen Aufruf online gestellt, in dem es die vom Bundesrat vorgeschlagene höhere Besteuerung von Streubesitzanteilen für deutsche Investoren kritisiert. Der Vorschlag besagt, dass künftig auch Firmenbeteiligungen von weniger als zehn Prozent umfangreich besteuert werden sollen. Schon mehr als 1000 Personen haben sich dem Aufruf angeschlossen und fordern, die Investitionshürden auch für ausländische Investoren zu senken.

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Zum Hintergrund: Aktuell werden inländische und ausländische Investoren bei der Besteuerung von Streubesitzanteilen unter zehn Prozent unterschiedlich behandelt. Der Europäische Gerichtshof kritisierte dies in einem Urteil und verlangte eine Änderung bei der Besteuerung von Streubesitzanteilen: Die Höhe der Besteuerung solle angeglichen werden. Der Bundesrat fordert nun in seiner Empfehlung zum Jahressteuergesetz, Streubesitzanteile grundsätzlich umfangreich zu besteuern.
Darin sehen die Verfasser der Petition eine Gefahr für den Gründungsstandort Deutschland. „Spricht sich der Gesetzgeber für diese Empfehlung aus, führt dies zu einer sinkenden Attraktivität des Standorts. Die aufstrebende deutsche Gründerszene würde beträchtlich zurückgeworfen, Kapitalgeber wanderten ab, Gründungen blieben aus“, heißt es kritisch im Manifesto.
Die Unterzeichner fordern, den Angleich investitionsfreundlich zu gestalten. Nicht deutsche Investoren sollten stärker, sondern ausländische geringer belastet werden. „Dies stärkt das Wachstum der Internetszene in Deutschland nachhaltig“, schreiben die Autoren.
Das Manifesto wurde am Freitag online gestellt und hat bis jetzt knapp über 1.100 Unterzeichner gesammelt. Zu ihnen gehören unter andren Oliver Roskopf von Zalando, Bigpoint-Gründer Heiko Hubertz, Food.de-Grüner Karsten Schaal und Alexander Görlach, Herausgeber des Debatten-Magazins The European.

Gründer von Gründerszene ist der Investor Lukasz Gadowski (u.a. Spreadshirt, StudiVZ, Brands4Friends). Er hat Team Europe Ventures mitgegründet und finanziert über die Firma zahlreiche Start-ups. Auch er hat also ein Interesse daran, die geplante Besteuerung zu verhindern.

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