Facebook: Zittern vorm Ende der Haltefrist

Aktionäre des weltgrößten Social Networks haben in den vergangenen drei Monaten einiges durchgemacht: Fast die Hälfte des Einsatzes hat sich den Aktienmärkten in Luft aufgelöst. Doch der ultimative Härtetest steht noch aus: Am morgigen Donnerstag endet die erste Haltefrist für Investoren und Mitarbeiter. 271 Millionen Aktien oder 9 Prozent des Internet-Unternehmens können dann frei am Markt gehandelt werden. Die Beispiele anderer Social Media-Aktien mahnen: Es droht das nächste Blutbad.

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Aktionäre des weltgrößten Social Networks haben in den vergangenen drei Monaten einiges durchgemacht: Fast die Hälfte des Einsatzes hat sich an den Aktienmärkten in Luft aufgelöst. Doch der echte Härtetest steht noch aus: Am morgigen Donnerstag endet die erste Haltefrist für Investoren und Mitarbeiter. 271 Millionen Aktien oder 9 Prozent des Internet-Unternehmens können dann frei am Markt gehandelt werden. Die Beispiele anderer Social Media-Aktien mahnen: Es droht der nächste Ausverkauf
Der Börsenalptraum von Facebook ist fast auf den Tag drei Monate alt – und doch scheint ein Ende immer noch nicht absehbar. Nach den sehr schwachen Quartalszahlen von Groupon am Vortag ist auch die Facebook-Aktie wieder massiv unter Druck gekommen und notiert bei 20,38 Dollar keine drei Prozent mehr über den Allzeittiefs.
Die Vorzeichen, dass die spätestens morgen erneut getestet werden könnten, stehen gut, denn am Donnerstag sieht sich das weltgrößte Social Netzwork nach drei Monaten des Leidens tatsächlich erst dem ganz großen Härtestest ausgesetzt: Altaktionäre können Kasse machen. 
271 Millionen neue Aktien könnten ab Donnerstag an der Börse gehandelt werden
Ungewöhnlich früh, lediglich 91 Tage nach dem furios missratenem IPO vom 18. Mai diesen Jahres, räumt Facebook nun Mitarbeitern und Investoren der ersten Stunden die Möglichkeit ein, ihre Anteile an der Börse zu veräußern. 
Und das im extrem großen Stil: Gleich 271 Millionen Aktien können theoretisch in einer gigantischen Verkaufswelle auf den Kapitalmarkt gespült werden. Das sind rund neun Prozent des Gesamtkonzerns. Zum Vergleich: Mitte Mai gab Facebook im größten Börsengang seit Jahren 421 Millionen Papiere aus und erlöste dafür rund 16 Milliarden Dollar. 
Performance von Social Media-Aktien nach Ende der Haltefrist desaströs
Wie sich das Ende von Haltefristen im Allgemeinen auf hochgewettete Börsendebütanten aus dem Internet-Sektor auswirkt, ist schnell geklärt: Die Statistik spricht eindeutig gegen Facebook. In der jüngeren Vergangenheit gerieten die Papiere von Groupon, Zynga und sogar LinkedIn nach dem Ende der sogenannten "Lock-up Period" unter die Räder. Börsenstar LinkedIN markierte im vergangenen Jahr sogar zehn Tage nach dem Ende der Haltefrist seine bisherigen Allzeittiefs.
Facebook-Aktionäre müssen also vermutlich ab morgen erneut starke Nerven haben. Am Ende läuft alles auf die Frage hinaus, wie viel die sogenannten Insider und Mitarbeiter des Unternehmens Facebook noch zutrauen. Fast 50 Prozent unter dem Emissionskurs von vor drei Monaten zu verkaufen, klingt eigentlich nicht besonders smart.
Mitarbeiter der ersten Stunde und frühe Kapitalgeber haben weiter viel zu verlieren
Die Kehrseite der Medaille ist indes nicht zu unterschätzen: Facebook hat Anleger bei den jüngsten Quartalszahlen schwer enttäuscht und keine überzeugende Strategie vorgelegt, wie das Wachstum wieder anziehen könnte. Und: Gemessen an den Wettbewerbern ist die Aktie weiter ambitioniert bewertet.  
Wer früh beim Social Network zu arbeiten begonnen hat und als Kapitalgeber früh eingestiegen ist, dürfte noch auf üppigen Gewinnen sitzen und sich die Frage stellen, ob es nicht besser wäre, diese noch schnell in Sicherheit zu bringen. Am Donnerstag zur Handelseröffnung an der Wall Street sind Anleger schlauer.

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