„Sex and the City“-Vordenkerin Brown ist tot

Publishing 32 Jahre lang war Helen Gurley Brown die Chefredakteurin der Cosmopolitan in den USA. In dieser Zeit revolutionierte sie das Magazin – vor allem wegen ihrer Themen. Brown galt als Kämpferin für die sexuelle Befreiung und setzte sich dafür ein, dass Frauen ihr Leben unabhängiger gestalten sollten. Auch als Buchautorin machte sie von sich reden: Ihr Ratgeber „Sex and the Single Girl“, in dem sie Frauen zu einem selbstbestimmten Sexleben ermutigte, wurde zum Bestseller. Im Alter von 90 Jahren ist sie jetzt gestorben.

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Unumstritten war die 1922 in Arkansas geborene Helen Gurley Brown als Journalistin nie. Klar, wenn man sich so sehr dem Thema Sexualität widmet wie sie, muss man damit rechnen, dass man anderen auf die Füße tritt. Und das tat sie. Vor allem den Männern. Als 1962 ihr Buch „Sex and the Single Girl“ veröffentlicht wurde, gab es reichlich Kritik – negative wie positive. „Obszön und schrecklich“ nannten die einen das Werk, die anderen bejubelten es. Dabei gab Brown ihren Leserinnen nur Tipps, wie man auch als Single-Frau sexuelle Erfahrungen sammeln kann – doch für die damalige Zeit war das ein außergewöhnlicher Ratgeber, der für Aufruhr sorgte.

Diese Cover entsanden unter der Regie von Helen Gurley Brown
Als sie 1965 Chefredakteurin bei der Cosmopolitan wurde, war die Zeitschrift ein Blatt, das in erster Linie von Hausfrauen gelesen wurde. Brown verschaffte dem Blatt ein neues Image – hin zu einer (weiblichen) Leserschaft, für die Karriere und ein selbstbestimmtes Sexleben im Vordergrund standen. „Fun, fearless, female“ – das sollte fortan das Motto für die Zeitschrift und ihre Leserinnen sein. Nackte Männer als „Centerfolds“ sorgten für Aufsehen. U. a. zogen Burt Reynolds und Arnold Schwarzenegger für das Magazin blank. Die Verkaufszahlen sprachen für sich: 1983 wurden mehr als drei Millionen Exemplare der Zeitschrift verkauft, bei Browns Ausscheiden 1997 waren es immerhin noch 2,5 Millionen.
Doch auch danach blieb Brown umstritten. Als erklärte Befürworterin von Schönheitsoperationen eckte sie bei bei vielen ihrer früheren Leserinnen an. Bereits 1988 hatte sie in einem Artikel die Gefahr für heterosexuelle Frauen, Aids zu bekommen, heruntergespielt – und dafür reichlich Kritik bekommen.

Cosmopolitan-Titel von 1967 und 1974
Die Karrierefrau, die auch in sexueller Hinsicht die Initiative ergreift – das Frauenbild, das Brown vorschwebte, wurde auch zum Motiv der TV-Serie „Sex and the City“.  Somit gilt die Frau, die einst als Sekretärin angefangen hatte, in gewisser Weise als Wegbereiterin für die Erfolgsserie. 
Mit 90 Jahren ist sie jetzt in einem New Yorker Krankenhaus gestorben. Wie der Guardian berichtet, würdigte Michael Bloomberg, der Bürgermeister von New York, Brown als „Vorbild für Millionen von Frauen“ und nannte sie gleichzeitig eine „Pionierin, die nicht nur die komplette Medienindustrie, sondern auch die Kultur in den USA verändert“ habe.
Und Candace Bushnell, Autorin von „Sex and the City“, dem Buch, auf dem die gleichnamige Serie basiert, twitterte „Dies ist wirklich das Ende einer Ära.“

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