Steuerfahnder: Bild kämpft für Sie!

Publishing Nach Griechenland legt sich die Bild nun mit der Schweiz an: Der Umstand, dass die Schweiz einen Haftbefehl gegen drei deutsche Beamte erlassen hatte, versetzt das deutsche Boulevard-Blatt so richtig in Rage. Die Folge: „Bild dreht den Spieß um und hat gestern Strafanzeige gegen die Schweizer Bundesrätin und Justizministerin Simonetta Sommaruga gestellt“. Der Vorwurf der Springer-Redaktion: versuchte Freiheitsberaubung, Nötigung und Beihilfe zur Steuerhinterziehung.

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Die Anzeige erstattet die Bild jedoch nicht in der Schweiz, sondern in Berlin. Nach Meinung der Zeitung haben die drei Steuerfahnder nicht „anderes als ihre Pflicht getan“, und jetzt kommt „ausgerechnet die Schweizer Justiz, die seit Jahrzehnten tatenlos zuschaut, wie Steuerhinterzieher ihre Heimatländer um Millionen betrügen.“

Auslöser der Aktion ist der Entschluss von Sommaruga, gegen die drei deutschen Beamten vorzugehen, weil sie einen Informanten angestiftet haben sollen, ihnen eine CD mit Steuersündern zu verkaufen. Dieses Anstiften ist nach Meinung der eidgenössischen Behörden ein „Bruch des Bankgeheimnisses“ und damit eine Straftat.

Tatsächlich kauften die Steuerfahnder im Februar 2010 für 2,5 Millionen Euro eine CD mit Daten von rund 1100 Kunden, die Geld bei der Schweizer Großbank Crédit Suisse angelegt und möglicherweise so in Deutschland Steuern hinterzogen hatten.  
Für den Schweizer Blick lässt die Aktion der Bild den gesamten Streit „eskalieren“. Für 20Minuten ist die Anzeige gar eine „neuerliche Provokation aus Deutschland“. So kommt die Pendlerzeitung zu dem Fazit: „Klar ist: Die Zeitung hat auch in der Vergangenheit bereits mit ähnlich spektakulären Aktionen für Aufmerksamkeit gesorgt – und damit die Auflage gesteigert.“

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