Jugendliche haben wenig Nachrichtenwissen

Publishing Jugendliche und junge Erwachsene verfügen über ein geringes Nachrichtenwissen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der TU Dresden. Nachrichtenwissen heißt: Von den jeweils wichtigsten Nachrichten des Tages höre demnach nur eine Minderheit der befragten 14- bis 17-Jährigen etwas. Aktiv informiere sich nur ein Bruchteil der Jugendlichen über Nachrichtenthemen. Erstaunlich: Wenn sich Jugendliche informieren, dann laut Studie kaum via Internet-Quellen.

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In der Branche gilt seit ein bis zwei Jahren eigentlich der gefügelte Spruch: Die Nachricht kommt zu mir. Will bedeuten: Man muss sich als modern vernetzter und kommunizierender Mensch gar nicht mehr aktiv darum bemühen, sich zu informieren. Denn die vielfältigen digitalen Kanäle machen es möglich, dass das Freundes-Netzwerk, Suchmaschinen und Feeds einem mitteilen, was wirklich wichtig ist. Dieser Annahme widerspricht nun die Studie, die am Lehrstuhl von Professor Wolfgang Donsbach entstand. Die Repräsentativbefragungen wurden schon 2010 durchgeführt, wobei eine ähnliche Befragung zwei Jahre später vermutlich ähnliche Ergebnisse zeitigen würde.

Die zwei "wichtigsten Nachrichten", zu denen die Altersgruppen 14 bis 17 (Jugendliche), 18 bis 29 (junge Erwachsene) und 30+ (Erwachsene) befragt wurden, legte über einen längeren Zeitraum ein Gremium fest, das laut Studie aus Top-Journalisten, Politik- und Kommunikationswissenschaftlern bestand. Diese wichtigsten (also vermutlich aus Sicht des Gremiums: relevantesten) Nachrichten wurden dann abgefragt. Das Ergebnis: Über beide Ereignisse hatten 39 Prozent der Jugendlichen, 50 Prozent der jungen Erwachsenen und 66 Prozent der Erwachsenen "gehört".

"Aktiv informiert" zu diesen beiden Themen hätten sich dann allerdings nur 7 Prozent der Jugendlichen und 26 Prozent der Erwachsenen. Nur eine Minderheit vor allem der Jugendlichen habe anschließend Fragen zu den Themen beantworten können. Die Folgerung: Das Nachrichtenwissen vor allem der Jugend sei gering.

Die Studie wartet noch mit einem weiteren Ergebnis auf, das einer mittlerweile als Standard akzeptierten Annahme entgegenläuft. Die Ergebnisse der Befragungen besagen, dass diejenigen, die sich aktiv über die benannten Ereignisse informiert haben, nicht primär das Internet als Quelle nutzen. In Zahlen: Primär via Internet haben sich demnach nur 10 Prozent der Jugendlichen, 18 Prozent der jungen Erwachsenen und 8 Prozent der Erwachsenen informiert. Primarquelle sei das Fernsheen (womit vermutlich das analoge TV gemeint ist, denn auch im Internet lässt sich bekanntlich Fernsehen schauen). Damit nicht genug: Die Forscher wollen herausgefunden haben, dass soziale Medien bei der Suche nach Informationen im Netz "kaum von Bedeutung" seien. Stattdessen informierten sich vor allem Jugendliche über professionelle Nachrichtenquellen.

Unterm Strich könnte die Studie, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert wurde, professionellen Nachrichtenanbietern analog wie digital Mut zusprechen. Doch, auch zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler, gerade diese Medien stünden vor der Herausforderung, "Jugendliche überhaupt erst einmal zu erreichen…, bevor sie ihre Inhalte transportieren können". 

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