Murdochs News Corp. mit Milliardendefizit

Publishing Mit einem Nettoverlust von allein rund 1,6 Milliarden Dollar im abgelaufenen vierten Quartal des US-Geschäftsjahres hat Rupert Murdochs Konzern News Corp. Fachwelt und Anleger erschreckt und für einen Kursrutsch an den Börsen gesorgt. Grund für die tiefrote Bilanz waren Abschreibungen von 2,85 Milliarden Dollar im Printgeschäft, die durch das profitable Kabel- und Pay-Fernsehen nicht kompensiert werden konnten. Vor einem Jahr hatte News Corp. noch 683 Mio. Dollar Gewinn ausgewiesen.

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Allein die infolge des Abhörskandals eingstellte britische Sonntagszeitung News of the World belastete die Bilanz mit 57 Mio. Dollar. Auch in Australien, dem Heimatland Murdochs, liefen die Geschäfte besonders schlecht. Auch der Umsatz war rückläufig und betrug nur 8,4 Milliarden Dollar (minus 7 Prozent). Vor zwei Monaten hatte Murdoch – offenbar auch auf Druck von Investoren – bekannt gegeben, den Konzern in getrennte Bereiche aufzuspalten, die das Verlagsgeschäft (u.a. Wall Street Journal, The Times) bündeln und die Fernseh- und Digitalspalte in zwei voneinander unabhängige Unternehmen zu überführen.
Murdoch war in letzter Zeit immer häufiger kritisiert worden, weil der inzwischen 81-Jährige sich weiterhin weigert, die Verantwortung in seinem Unternehmen an Jüngere abzugeben. In Zukunft will sich der Medienmogul auf die Unterhaltungs- und Fernsehsparte konzentrieren. Dazu gehört auch der deutsche Bezahlsender Sky, der zwar noch Verluste schreibt, sich nach Konzernangaben aber gut entwickelt. "Der Sender macht große Fortschritte", sagte COO Chase Carey dazu auf der News Corp.-Bilanzkonferenz. Eine Übersicht aller Medienunternehmen und Beteiligungen Murdochs findet sich hier.

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