DJV wirft WAZ „Mogelpackung“ vor

Publishing In einem Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagt WAZ-Geschäftsführer Manfred Braun, er wolle seiner „Tageszeitung wieder mehr Leben einzuhauchen“. Der DJV-NRW betrachtet diese Ankündigung kritisch. Das Ziel sei richtig, jedoch müsse dann Schluss sein mit Einsparungen.

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Die Journalisten-Gewerkschaft verweist erneut auf die bereits in der Vergangenheit wiederholt kritisierten Streichung von fast 300 Redakteursstellen bei WAZ, NRZ, Westfälischer Rundschau und Westfalenpost im Jahr 2009. Diese wurde jedoch auch von Manfred Braun im Interview infrage gestellt. Er sagte: "Das hätte man auch anders machen können." Neue Stellen schaffen will Braun jedoch nicht.
Wenn die WAZ-Mediengruppe es mit ihrer "lokalen Offensive" ernst meine, sei jedoch eine vernünftige Ausstattung notwendig, auch personell, betont der DJV. Anja Zimmer, Geschäftsführerin des DJV-NRW sieht dies bislang kritisch, erkennt eher eine "Sparoffensive". Sie sagt: "Es müssen kritische Fragen zum Beispiel zur Übernahme der Siegener Lokalredaktion durch die Westfalenpost erlaubt sein." Ursprünglich sollte die Westfälische Rundschau, die den Lokalteil zuvor produzierte, zusätzliche Redakteure erhalten. Stattdessen kam die Übernahme durch die Westfalenpost.
Zimmer kritisiert zudem, dass die Medingestalter der vier Zeitungen bei WAZ NewMedia angestellt sind und dort unter Tarif entlohnt würden. Der Verlag versuche so, sich aus der Tarifbindung zu schleichen. "Auch das ist eindeutig eine Sparoffensive", so Zimmer.
Die Umstrukturierung im Rahmen der "lokale Offensive" der vier NRW-Titel der WAZ-Mediengruppe werde man beim DJV aus diesen Gründen weiter aufmerksam verfolgen. Sollte weiterhin Sparen das Ziel sein, wäre die Offensive eine "Mogelpackung".

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