Rubrikenportale steigern Springers Rendite

Publishing Die Axel Springer AG legt für das erste Halbjahr 2012 gute Zahlen vor – wie in den vorigen Quartalen und Jahren getrieben von der Digitalisierung. Erstmals präsentiert Vorstandschef Mathias Döpfner, wie sich die Digitalerlöse aufgliedern. Demnach sind die Rubrikenportale der größte Wachstumstreiber – sie sind dazu mit einer Ebitda-Rendite von 42,6 Prozent extrem profitabel. Insgesamt steigerte Springer den Umsatz um 6,2 Prozent und das Ebitda um 6,9 Prozent – auch mit Hilfe der "Bild für alle".

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First things first: Die Digitalen Medien trugen wie bereits im ersten Quartal des Jahres mehr als ein Drittel zum Gesamtumsatz bei, der bei 1,62 Milliarden Euro liegt. Um satte 24,6 Prozent stiegen die Umsätze der digitalen Geschäftsfelder – auf 542,1 Millionen Euro. Die Ebitda-Rendite, die konzernweit bei 19 Prozent liegt, stieg auf 20,4 Prozent für das Digitalbusiness. Das Gesamt-Ebitda stieg um 6,9 Prozent auf 308,7 Millionen Euro – "so profitabel war Axel Springer in einem ersten Halbjahr noch nie", sagte Döpfner. Der Vorstandschef glaubt, dass die steigenden Erlöse der digitalen Medien "leicht rückläufige Erlöse im Printgeschäft mehr als kompensieren" werden. Denn: Die digitalen Werbeerlöse stiegen um 27,4 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Wie splitten sich die Digitalerlöse nun auf? Hauptumsatzbringer ist das Performance Marketing – also die Zanox-Gruppe. Hier ging der Umsatz leicht nach oben – auf 216,9 Millionen Euro. Die Ebitda-Rendite liegt bei nur 4,9 Prozent. Springer macht "Konsumzurückhaltung in einigen Märkten" aus.

Zweiter Hauptumsatzbringer sind "journalistische Portale und andere digitale Medien". Dies ist etwas unscharf, denn neben Bild.de und Welt Online zählen dazu Geschäftsmodelle wie KaufDa und Idealo (Preisvergleich). Eine eindeutige Ausweisung der rein journalistischen Portale fehlt also. Dieses Segment steigerte den Umsatz um 31,4 Prozent auf 175,9 Millionen Euro. Die Ebitda-Rendite liegt bei 24,6 Prozent. Erneut plädierte Döpfner für die Einführung von Bezahlinhalten. Die Umsätze aus diesen Erlösquellen hätten sich im Vergleich zum Vorjahr "auf niedriger Basis" verdoppelt. Für dieses Jahr erwartet Springer einen mittleren einstelligen Millionenumsatz.

Wachstumstreiber sind die Rubrikenportale, die in der Axel Springer Digital Classifieds gebündelt sind. Um 56,9 Prozent stieg der Umsatz – auf insgesamt 149,4 Millionen Euro im ersten Halbjahr. Die Rendite ist beachtlich, sie liegt bei 42,6 Prozent. Bei allen drei Feldern ist zu beachten, dass der Konzern fleißig zukauft und auch so den Umsatz nach oben treibt. Die letzten Akquisitionen waren der Kauf des polnischen Portals "Onet.pl" über das Joint Venture von Springer und Ringier in Osteuropa – sowie die Übernahme der britischen Totaljobs-Gruppe über die Springer-Tochter StepStone. Das organische Wachstum des Digital-Umsatzes beziffert Springer allerdings auch – mit 12,8 Prozent.

Neben der Digitalisierung hat die Jubiläums-Bild zu einem Wachstumsschub beigetragen. Der Umsatz der inländischen Zeitungen stieg dann dem Blatt, bei dem eine Anzeigenseite 4 Millionen Euro kostete (brutto), auf 568 Millionen Euro. Die Werbeerlöse stiegen um 2,1 Prozent, die Vertriebserlöse gingen dafür um 1 Prozent zurück. Zurück ging dagegen der umsatz der inländischen Zeitschriften – um 1 Prozent auf 230,9 Millionen. Die Werbeerlöse sanken um 5,9 Prozent zum Vorjahr. Schlecht lief es im internationalen Printgeschäft – der Umsatz sank um 7,3 Prozent auf 219,3 Millionen Euro bei sinkenden Vertriebs- und Werbeerlösen.

Insgesamt stiegen die Werbeerlöse des Konzerns – in einem äußerst schwierigen ersten Halbjahr 2012 – um 11,7 Prozent auf 851,7 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte der Werbeerlöse steuert das Digitalgeschäft bei. Die Vertriebserlöse sanken dagegen leicht auf 580,5 Millionen Euro. Den bereinigten Konzernüberschuss beziffert Axel Springer mit 177,7 Millionen Euro (von 168,4 Mio.), das Ergebnis je Aktie stieg von 1,36 auf 1,43 Euro. Und: Der frei verfügbare Cashflow stieg um 56,8 Prozent auf 172,9 Millionen Euro.  

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