„Diekmann wird wieder Bild-Chef sein“

Publishing Die Jubiläums-Bild hat der Axel Springer AG eine Millionen-Euro-Summe im "unteren zweistelligen Bereich" in die Kasse gespült. Auch mit Hilfe dieser Sonderausgabe steigerte der Konzern die Werbeerlöse seiner deutschen Zeitungen um 2,1 Prozent. Bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen der Axel Springer AG sprach Vorstandschef Mathias Döpfner von einer "intakten Wachstumsstrategie" der Marke – trotz spürbarer Auflagenrückgänge. Kai Diekmann werde sicher nach seiner Rückkehr aus den USA Bild-Chef sein.

Werbeanzeige

Die Boulevardmarke, die nicht zu einem geringen Teil den Umsatz von Springer ausmacht (genaue Zahlen dazu veröffentlicht Springer nicht), nahm bei der Vorstellung der Halbjahreszahlen einen prominenten Raum ein. Zwar dominieren im Verlag die Digitalthemen, doch Bild ist gedruckt wie digital für Springer eminent wichtig. Entsprechend war es Döpfner offenbar ein Anliegen, die "stabile Reichweite" der gedruckten Ausgabe zu betonen, wie auch die Online-Reichweite von derzeit 12,9 Millionen Unique Usern (Mai 2012). Entsprechend stiegen die Werbeerlöse. Döpfner verwies noch einmal auf die Online-Bezahlstrategie, die mit dem Kauf von Rechten an der Fußball-Bundesliga in der Saison 2013/14 einhergeht.

Die Auflage der gedruckten Bild sank im zweiten Quartal auf 2,75 Millionen verkaufte Exemplare täglich – was einem Minus zum Vorjahreszeitraum von 5,4 Prozent entspricht. Bild sei ein "Krisenmedium", erklärte Döpfner. Damit meint er allerdings nicht, dass Bild in der Krise stecke, sondern dass es eine Zeitung ist, die in Krisen profitiere. Denn: Wenn es der Wirtschaft nicht gut gehe, beziehungsweise die Konjunktur lahme, dann fokussierten sich Anzeigenkunden auf die Marktführer und Abverkaufsmedien, wie Bild eines sei.

Am Mittwoch gab der Verlag auch bekannt, dass die Tabloid-Ausgabe der Bild Hamburg nicht nur wie zunächst geplant bis August erscheint, sondern nun voraussichtlich bis zum Jahresende. Weitere Tabloid-Ausgaben seien allerdings zurzeit nicht geplant, sagte Döpfner auf Nachfrage. Eine genaue Summe, die mit der Jubiläums-Bild vom 23. Juni erwirtschaftet wurde, die an 41 Millionen Haushalte ging, nannte Finanzchef Lothar Lanz nicht. Es blieb bei der Aussage, die Aktion habe einen Umsatz im unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich erzielt. Der Bruttopreis für eine Anzeigenseite lag bei vier Millionen Euro, gebucht waren etwa sieben Seiten.

Über die vieldiskutierte Studienreise von Bild-Chef Diekmann nebst Kollegen Peter Würtenberger und Martin Sinner ins Silicon Valley sagte Döpfner, es handele sich um ein "Research-Projekt". Das Trio sei kein "M&A-Team", das Zukaufsmöglichkeiten sondieren solle. Ein konkretes Ergebnis erwarte er nicht, aber: "Die drei werden klüger zurückkommen." Auf die Frage, ob Diekmann im Anschluss an die Reise seinen Job wechsle, beispielsweise Digital-Vorstand werde, sagte Döpfner: "Kai Diekmann wird wieder Bild-Chefredakteur sein."    

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige