Schäfer löst Lebert als Brigitte-Chef ab

Publishing Ende einer Chefredakteurs-Ära: Andreas Lebert, 56, gibt nach zehn Jahren mit sofortiger Wirkung seinen Job als Blattmacher beim G+J-Frauenmagazin Brigitte ab und verlässt das Haus. An seine Stelle rückt Stephan Schäfer. Der 38-Jährige wird künftig als gleichberechtigter Chefredakteur mit Brigitte Huber, 48, eine Doppelspitze bilden, die übergreifend Print und Online verantwortet. Der Traditionstitel ist seit längerem in der Krise und verzeichnete in den vergangenen Jahren deutliche Auflagenverluste.

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Wohin es Lebert zieht, ist bislang unklar. Für einen unter den gegebenen Umständen harmonischen Führungswechsel spricht allerdings, dass Lebert am Dienstagvormittag gemeinsam mit Verlagsgeschäftsführerin Julia Jäkel die Redaktion informierte. Lebert galt bei seinem Team als sehr beliebt. Allerdings hatte der Chefredakteur nicht verhindern können, dass sein Magazin in den vergangenen Jahren überproportional viele Leserinnen verlor – in der härtesten Vertriebswährung, dem Einzelverkauf, liegt das Minus in den vergangenen fünf Jahren bei minus 29 Prozent, bei den Abonnenten sogar bei minus 43 Prozent.
Auch ein radikaler Wechsel, den Lebert und seine Co-Chefredakteurin vor gut zwei Jahren vollzogen, konnte den Auflagenrückgang nur kurzfristig bremsen: Anfang 2010 verkündeten beide öffentlichkeitswirksam die so genannte "No Model"-Policy und erklärten, künftig auf die Zusammenarbeit mit Profi-Models mit den Idealmaßen der Modehersteller komplett zu verzichten, um das dadurch verfälschte Frauenbild nicht weiter im Heft zu transportieren. An deren Stelle rückten Leserinnen und Amateur-Modells.
Mit Stephan Schäfer übernimmt ein Blattmacher, der in den letzten Jahren zu einer Art redaktioneller Wunderwaffe im Unternehmensbereich G+J-Life geworden ist. Als Chefredakteur verantwortet er bereits die Titel Schöner Wohnen, Essen & Trinken, Couch und Häuser. Als Frauenzeitschriften-Macher hat Schäfer allerdings bereits früher einige Erfahrung zu verzeichnen – bei Bauer verantwortete er vor seinem Wechsel zu Gruner + Jahr das erfolgreiche Magazin Maxi.

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