Olympia interaktiv: So werden Sie Athlet

Publishing Einmal selbst bei Olympia dabei zu sein, ist der Traum vieler. Doch nur für die Wenigsten wird er wahr. Mit interaktiven Tools können Sie auch in London mitmischen - zumindest virtuell. Die BBC zeigt, wie athletisch die eigenen Körpermaße im Vergleich zu Spitzensportlern sind, beim Guardian treten Sie gegen Usain Bolt an. Außerdem zeigen die Briten den Siegeslauf des Jamaikaners. Da sie aber keine Rechte am 100 Meter-Lauf besitzen, griffen sie auf einen besonderen Trick zurück.

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Olympia-Berichterstattung ist nicht immer einfach, will man mit seinem Angebot hervorstechen. Datenjournalistische Formate, Minispiele mit Informationsgehalt oder auch verrückte Ideen können den gewünschten Effekt bringen, werden im Netz weiterverlinkt und empfohlen und können so neue Leser locken. Besonders Anbieter aus Großbritanien und den USA stechen dabei hervor.
Einen "athlete body match" präsentiert die BBC auf ihrer Internetseite und zeigt den größten Teilnehmer der Olympischen Spiele, den chinesischen Basketballspieler Zhaoxun Zhang, im Vergleich zur kleinsten Teilnehmerin, der gerade einmal 30 Kilogramm schweren Turnerin Asuka Teramoto aus Japan. Aller Voraussicht nach werden sich fast alle Leser irgendwo zwischen den beiden einsortieren. Aber wo genau? Gibt man das eigene Gewicht und die eigene Größe ein, sortiert einen das BBC-Tool in die Schar vieler Olympia-Teilnehmer ein und zeigt einen oder mehrere Telnehmer, die ähnliche Körpermaße haben. Ist man eher für den Marathon gebaut – oder gibt es Dressurreiter mit ähnlichem Körperbau?

Wer sich mehr für die reine sportliche Leistung interessiert, kann ein Minispiel des Guardian spielen. Hier können sich die Nutzer im 100 Meter-Sprint, dem 10.000 Meter-Lauf, dem 100 Meter Freistil-Rennen, sowie einem Straßenrad-Rennen mit den besten der Welt messen – natürlich virtuell. Das im Retro-Look gehaltene Minispiel bietet ähnlich wie die Animationen der New York Times gleichzeitig die Möglichkeit, die Leistungen verschiedener Zeiten zu vergleichen. Hätte es für einen selbst vielleicht 1896 für Gold gereicht? Seinen Lauf gewinnen wird man aber nie: Wer zum Beispiel über die 100 Meter der Männer eine Zeit unter 10 Sekunden eingibt, wir aufgefordert eine lngsamere Zeit einzutragen.

Beim 100 Meter-Lauf in London am Sonntag blieben bis auf den verletzten Asfa Powell alle Sprinter unter dieser Marke. Doch trotz hoher Einschaltquoten hat nicht jeder das Rennen live verfolgen können. Der Guardian will seinen Lesern das Rennen daher noch einmal zeigen. Dumm nur, dass dafür die nötigen Lizenzen fehlen. Also hat man aus der Not eine Tugend gemacht und das Rennen nachgestellt. Entstanden ist ein ansehnliches Stopp-Motion Video mit Lego-Figuren.
Einen ähnlichen Weg ist man auch beim Wall Street Journal gegangen. Die US-Amerikaner werben mit dem Spruch: NBC hat über eine Milliarde Dollar gezahlt, um die Olympischen Spiele zu übertragen. Das Wall Street Journal bezahlte… weniger“. Warum wird schnell deutlich: Einige entscheidende Szenen, wie den Sieg der US-Schwimmerin Missy Frankling über 100 Meter Rücken oder die Skandalspiele im Badminton wurden mit Papier-Puppen nachgestellt.
Eine ernsthafte Alternative zu den wirklichen Bildern von den Sportstätten ist dies freilich nicht. Eine nette Anekdote für zwischendurch ist es aber auf jeden Fall – und vielleicht auch in kleiner Protest gegen die teuren Lizenzen.

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