Verleger Lebedew kapituliert vor Putins Druck

Publishing Alexander Lebedew zieht sich aus Russland zurück. Der Milliardär, der in Großbritannien The Independent und den Evening Standard verlegt und Teilhaber der oppositionellen russischen Zeitung "Nowaja Gaseta" ist, reagiert damit nach eigener Darstellung auf den Druck, den der Inlandsgeheimdienst auf ihn ausübe. Er habe Drohungen erhalten und werde erpresst. Dieser Situation könne er nicht länger Stand halten, so Lebedew, der indirekt auch Vorwürfe gegen Präsident Wladimir Putin erhob.

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Der bekannte Verleger will nun seine Russland-Geschäfte "abwickeln". Verkaufen könne er seine Unternehmen in Russland nicht, weil dafür das Wohlwollen der Geheimdienste notwendig sei, sagte Lebedew. Der russischen Nachrichtenagentur Interfax gegenüber äußerte Lebedew: "Das war es, ich gebe auf, die Geheimdienste haben gewonnen."
Etwas konkreter wurde er in seinem Blog. Darin schrieb er, der Geheimdienst FSB habe "präzise und bewusst" seine Geschäfte zerstört. Auf ihn, seine Angestellten und seine Familie sei Druck ausgeübt worden. Verantwortlich machte er die Machtelite um Präsident Wladimir Putin.
Lebedew persönlich hätten Offiziere des Sicherheitsdiensts gesagt, dass die Angriffe auf seine Person von der Politik angeordnet worden seien, sagte der 53-Jährige dem russischen Internetportal gazeta.ru. Im Radiosender Moskauer Echo ergänzte er zudem, dass der Druck zugenommen habe, seit Putin wieder Präsident Russlands sei.
Lebedew hatte in der Vergangenheit prominente Oppositionelle unterstützt und sich selbst wiederholt als Kritiker positioniert. "Sie werfen mir vor, der Chefsponsor der Opposition zu sein, das ist lächerlich", sagte Lebedew, dessen Vermögen von Forbes auf 1,1 Milliarden Dollar geschätzt wird. Möglicherweise kommt der Unternehmer, der sein Vermögen unter anderem mit Banken machte, einem Schicksal wie dem von Michail Chodorkowski zuvor. Der 49-Jährige ehemalige Vorstandschef eines Ölkonzerns und erklärte Putin-Gegner wurde in einem umstrittenen Schauprozess im Jahre 2005 zu acht Jahren Zwangsarbeit in einem sibirischen Straflager verurteilt.

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