Streams: Olympia nach eigenem Sendeplan

Publishing Mit „So viel Olympia war noch nie“ wirbt das ZDF für seine Olympia-Streams. Auch die ARD bietet Live-Bilder verschiedener Wettkämpfe über das Internet an. So können sich die Zuschauer unabhängig vom TV-Programm den Sport anschauen, für den sie sich am meisten interessieren. Dabei müssen sie nicht einmal fragen: „Wer überträgt heute eigentlich?“ – denn beide Sender bieten täglich bis zu sechs Streams gleichzeitig an. MEEDIA erklärt, wie Sie daraus ihr eigenes Olympia-Programm zusammenstellen.

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Vollständig übertragene Beach-Volleyball-Spiele oder Vorkämpfe ohne deutsche Beteiligung sind Sport-Ereignisse, die im Hauptprogramm von ARD und ZDF während der Spiele in London eher selten Platz finden. Während die Sender bei den vergangenen Winterspielen in Vancouver noch Teile des Sportprogramms aus diesem Grund auf ihre digitalen Spartenkanäle ausgelagert haben, setzten sie 2012 voll auf Internet-Streams. Das bietet den Zuschauern weitere Möglichkeiten, stellt einige weniger Erfahrene aber vor neue Probleme.
Doch Angst zu haben brauchen auch Gelegenheits-Surfer nicht. Die Handhabung ist denkbar einfach. Bei der Auswahl zwischen ARD und ZDF kommt es nur auf die persönlichen Vorlieben an – denn der Inhalt der Streams ist identisch, auch was den Kommentator angeht. Einen selbigen gibt es übrigens nicht in allen Fällen. Manchmal werden auch allein die Bilder mit Original-Ton der Wettkampfstätte übertragen – was Sportfans nicht unbedingt als nachteilig bewerten werden. Rund zwei Drittel der Streams sind kommentiert.
Es empfiehlt sich also, sich für ARD oder ZDF zu entscheiden und dann den Tag über dort zu bleiben. Eine Installation von Programmen ist bei einem normal ausgestatteten Rechner bei beiden Sendern nicht notwendig. Wichtig ist jedoch, dass man sich in Deutschland aufhält, sonst ist in Anschauen nicht möglich. Eine möglichst schnelle Internet-Verbindung empfiehlt sich. Andernfalls wird die Qualität automatisch heruntergerechnet, was im Extremfall zu wenig Sehfreude führen wird. Die ARD empfielt DSL-Qualität von mindestens 2 Mbits/s, es werde jedoch auch schon eine Bandbreite von 512kbit/s angeboten. Auch auf Smartphones kann man sich die Übertragungen ansehen, dafür gibt es eine mobile Ausspiel-Variante.
Was unterscheidet also das Angebot von ARD und ZDF? Beim Ersten sind die Live-Streams direkt rechts oben auf der Sportschau-Olympia-Seite zu finden. Hier findet man die aktuellen Übertragungen sowie die für den Rest des Tages geplanten. Klickt man auf den Play-Button eines aktuellen Streams, öffnet sich dieser in einem neuen Fenster.

Dort setzt man bei der ARD dann auf mehrere Fenster. Einmal natürlich das Video, darunter die Übersicht der aktuellen und zukünftigen Streams, die der Nutzer zudem nach Sportarten filtern kann. Dort kann auch sofort der Kanal gewechselt werden. Will man nicht ständig hin und her zappen, bietet der rechts neben dem Video platzierte Text-Ticker die wichtigsten Informationen aller Sportarten in wenigen Worten. Den kann man mit einem Pfeil jedoch auch nach rechts wegschieben, sprich ausblenden. Natürlich kann man auch das Video auf Vollbild einstellen und im gewohnten TV-Format auf alle weiteren Fenster ganz verzichten.
Die Möglichkeiten der ARD bietet auch das Angebot des ZDF. Einzig die Bedienung ist hier etwas anders. Auch bei zdfsport.de findet man die Streams prominent angekündigt. Hier setzt man standardmäßig jedoch auf weniger Fenster. Der Nutzer muss häufiger klicken als bei der ARD. Einen Live-Ticker kann man auch hier ergänzend auswählen, muss ihn jedoch erst aktivieren. Wie für alle Funktionen ist es hierfür notwenig, mit dem Mauszeiger über das Live-Video zu gehen und die entsprechende Funktion auszuwählen. Das ist zwar elegant, hat aber gelegentlich kleine Schönheitsfehler, etwa wenn beim Umschalten zunächst die Grundanzeige die Auswahlfenster überdeckt und der Nutzer einige Sekunden warten muss.

Apropos Umschalten: Das ist beim ZDF auch etwas komplizierter als bei der ARD und mit einen Klick mehr verbunden – bietet dafür jedoch mehr Übersicht. Unter dem kryptischen Kürzel EPG verbirgt sich die Programm-Übersicht der ZDF-Olympia-Streams. Hier sieht man die Kanäle in einem Zeitstrahl aufgeführt und kann einfach erkennen, wann was läuft und welche Sportarten parallel übertragen werden.
Nach ein wenig Eingewöhnung können auch weniger erfahrene Nutzer schnell mit beiden Systemen zu Recht kommen. Einsteigerfreundlicher ist vermutlich die ARD-Aufbereitung, die ZDF-Variante bietet dafür eine schönere Programm-Übersicht.
Vollständig zurücklehnen können sich die Zuschauer aber auf keinen der beiden Seiten: Die Maus als neue Fernbedienung ist unabdingbar, vor allem, wenn man häufiger Umschalten will. Zudem empfiehlt es sich, bereits am Vortag einen Blick in den Wettkampf- und Stream-Plan des Folgetags zu werfen, um sein eigenes Programm zu planen.
Wer dazu bereit ist, kann mit den Streams ein maßgeschneidertes und ansprechenderes Programm auf den Bildschirm bringen, als das Original-Hauptprogramm. Das kann man natürlich auch im Stream sehen. Nötig ist es jedoch nicht, denn in den Internet-Übertragungen wird nicht nur ausgelagert – auch die im Hauptprogramm gezeigten Entscheidungen sind hier zu finden. Einzig verzichten muss man gelegentlich auf die Kommentatoren des Haupt-Programms und ihre Interviews. Viele Sportfans werden jedoch auch das Fehlen dieser Punkte eher als Gewinn ansehen, glaubt man manch kritischen Kommentaren der letzten Tage.

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