Gamescom ohne Microsoft und Nintendo

Publishing Europas größte Videospielmesse, die Gamescom in Köln, soll ein Problem haben. Es hagelte Absagen in diesem Jahr. Nicht von irgendwem, sondern von Branchengrößen wie Microsoft, Nintendo, THQ und Sega. Letzteren beiden geht es finanziell schlecht, da lässt man so eine teure Veranstaltung schon einmal aus. Aber von Microsoft und Nintendo hatten sich Journalisten und Besucher große Ankündigungen zu ihren neuen Konsolen erhofft. Verliert die Gamescom an Bedeutung?

Werbeanzeige

Gegen die Gamescom spricht schon immer ihr Termin, Mitte August. Denn zwei Monate früher trifft sich die Videospielbranche traditionell in Los Angeles auf der Electronic Entertainment Expo (E3). Dort stellen Publisher und Entwickler ihre aktuellsten Werke vor, zeigen neue Trailer und lassen Fachbesucher Probe spielen. Für die deutsche Leitmesse bleiben dann oft nur Aufgüsse aus den USA übrig. Spieler stört das indes offensichtlich weit weniger als die Medien, denn sie strömen jedes Jahr in steigender Zahl nach Köln. Nach 276.000 Besuchern im vergangenen Jahr rechnet die Koelnmesse auch 2012 wieder mit mehr als einer Viertel Million Gästen. Der Ticketvorverkauf laufe noch besser als 2011, heißt es von offizieller Seite.
Selbst die Absagen von Microsoft, Nintendo, THQ und Sega tun dem Besucheransturm keinen Abbruch. Und auch wenn man sie als kleinen Zacken in der Krone von Europas größter Videospielmesse bezeichnen muss, schaden sie der Gamescom nicht. Denn die Gamingbranche befindet sich in einem Jahr des Umbruchs. Das hat schon die E3 gezeigt, auf der es kaum große Neuankündigungen, geschweige denn Informationen zur nächsten Konsolengeneration gab. Dafür ernteten die Messe und auch die Hersteller Kritik. Bevor man sich nun auf der Gamescom noch einmal die Blöße gibt, bleibt man lieber fern. Immerhin kostet so ein Auftritt schnell mehrere Hunderttausend Euro – und die neue Xbox-Spielkonsole von Microsoft kommt ohnehin frühestens 2013 auf den Markt.
Überraschender kam da schon die Absage von Nintendo. Der Hersteller bringt im November oder Dezember die Wii U heraus – da böte die Gamescom den idealen Ort und Zeitpunkt für eine groß angelegte Präsentation. Stattdessen wollte das japanische Unternehmen seine Konsole lieber auf kleinen Veranstaltungen in ganz Deutschland der Presse vorführen. Die Leidtragenden sind die Messegänger, die keine Gelegenheit haben, das neue Gerät auszuprobieren. Dennoch ist davon auszugehen, dass Nintendo der Gamescom nicht für immer den Rücken gekehrt hat. Denn im Nachhinein ist die Entscheidung, der Gamescom fern zu bleiben, verständlich, da es bisher keinen herausragenden Titel für die Wii U zu sehen gibt.
Dass einige Hersteller nicht zur Gamescom fahren, ist also kein Problem der Messe. Es liegt an den Spielefirmen selbst, die in diesem Jahr keine großen Ankündigungen zu machen haben. 2013 wird es ganz anders aussehen. Da werden die Medien wieder über neue Konsolen und hoffentlich vielversprechende Spielideen berichten.

Werbeanzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werbeanzeige

Werbeanzeige