Der Schmidt-Scoop in der Schnäppchen-Zeit

Publishing Die People-Meldung der Woche kommt von der Zeit: die neue Liebe von Altkanzler Helmut Schmidt. Die Zeit kann es sich sogar leisten, den People-Knaller in der turnusgemäßen Schmidt-Audienz von Chefredakteur Giovanni di Lorenzo zu verstecken. Die Zeit gab es diese Woche sogar mit ordentlich Rabatt beim Ramsch-Portal Groupon, während Zeit Online gleichzeitig vor der Schnäppchenfalle Groupon warnte. Diagnose: mediale Persönlichkeitsspaltung.

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Bunte, Gala und Co. können einpacken. Die Zeit hat den People-Coup des Jahres gelandet und die neue Liebe von Altkanzler Helmut Schmidt enthüllt. Der Alte hat sie mit seinem hanseatisch knappen “Ja” zwar schon selbst enthüllt aber Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo ist Profi genug, um zu wissen, welchen Knaller er da auf der zweiten Seite seiner aktuellen Schmidt-Audienz versteckt hat. Für die Zeit ist das prima. Sie hat Schmidt-Content exklusiv und kann es sich leisten, die People-Meldung ganz dezent und klein im Magazin zu platzieren. Als erstes sprang am Donnerstag Bild.de darauf an, Spiegel Online und der restliche Tross folgte. Am heutigen Freitag gehört dem Altkanzler auf Freiersfüßen die erste Seite der Bild, der Mopo usw. und natürlich schreibt auch FJW an den “lieben Helmut Schmidt”.

Nach der Aufregung um das Zeigen eines – huch – Penis in der vergangenen Woche hat die Zeit auch diese Woche wieder allen gezeigt, wie man gleichzeitig die unbedingte Erregbarkeit der Medienwelt anstacheln kann, ohne sich die Finger dreckig zu machen.

Die Zeit ist übrigens billiger zu haben, als man denkt. Beim Schnäppchen-Dienst Groupon konnte man diese Woche das Zeit-Miniabo mit 64 Prozent Rabatt abgreifen. Zitat Groupon: “Die Leser wissen es zu schätzen, das Wichtigste aus Politik, Wirtschaft, Wissen und Kultur auf knisterndem Papier und nicht auf flimmernden Monitoren zu genießen.” Das könnte vermutlich sogar Helmut Schmidt unterschreiben. Aber Vorsicht, liebe Rabatt-Aficionados: “Die Schnäppchenjagd wird immer öfter zum Alptraum”, denn: “Groupon hat alle Qualitätsmaßstäbe über Bord geworfen.” Diese schlimmen Nachrichten lesen wir nicht auf knisterndem Papier, sondern auf einem flimmernden Monitor, und zwar bei “Zeit Online”. Diagnose: akute mediale Dissoziative Identitätsstörung.

Todesanzeigen gehören angeblich zu den meist gelesenen Inhalten von Tageszeitungen. Dass Todesanzeigen auch lustig sein können, weiß man, seit der legendären Loriot-Todesanzeige des ADC in der FAZ (“Lieber Gott, viel Spaß!”). Jetzt schaltete die TV-Produktionsfirma Endemol im Kölner Stadt-Anzeiger eine Todesanzeige für den verstorbenen Fragenerfinder von Quizshows wie “Wer wird Millionär?”, Günter Schröder, im typischen “WWM”-Stil.
Schönes Wochenende!

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