Unternehmensberater bei Stern und Geo

Publishing Laut einem Bericht der Zeitschrift journalist soll die Unternehmensberatung Porsche Consulting (ein Tochterunternehmen des Sportwagenherstellers) vom Herbst an die Redaktionen von Stern und Geo durchleuchten. Ziel sei es, “Strukturen und Prozesse zu vereinfachen”. Für die Redaktionen sollen Ressourcen freigeräumt werden. Im vergangenen Jahr haben die Porsche-Berater bereits in der Anzeigenabteilung, der Vertriebsabteilung und bei den G+J Wirtschaftsmedien gewirkt.

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Der journalist zitiert G+J-Unternehmenssprecher Claus-Peter Schrack mit der Aussage, dass beim Einsatz der Unternehmensberater kein Personal abgebaut werden soll. Bei den G+J Wirtschaftsmedien (Financial Times Deutschland, Capital, Impulse, Börse Online) sei es darum gegangen, die Redaktion neu “einzutakten”, zitiert die Zeitschrift einen Porsche-Berater, der für den Hamburger Großverlag tätig ist. Es gehe darum, “Verschwendung” zu vermeiden.
Ein G+J-Sprecher erklärte gegenüber MEEDIA: "Porsche Consulting war bisher für drei Pilotprojekte bei G+J, zwei in Verlagsbereichen, eines bei den Wirtschaftsmedien tätig. Alle drei Projekte wurden von den beteiligten Kolleginnen und Kollegen als sehr nützlich und hilfreich empfunden. Deshalb sind weitere Projekte in unterschiedlichen Redaktionen und Verlagsbereichen angedacht." Zu der journalist-Meldung, dass die Berater auch bei Stern und Geo zum Einsatz kommen, sagte der Sprecher: "Zu internen Vorgängen äußern wir uns grundsätzlich nicht. Nur so viel: Es lohnt sich immer, egal in welchen Abteilungen oder Redaktionen, über Strukturen, Prozesse und Verbesserungsvorschlage nachzudenken, um die vorhandenen Ressourcen besser einsetzen zu können." 

Allerdings wird Wert darauf gelegt, dass externe Berater niemals in die redaktionelle Arbeit der Journalisten eingreifen. Es gelte schließlich das Chefredakteursprinzip. Wie aus G+J-Kreisen zu hören ist, soll die Geo-Redaktion wohl noch vor dem Stern Besuch von den Porsche-Beratern bekommen. Ob und wann der Stern beraten wird, ist noch unklar. Aber auch die Verlagsgruppe Life, zu der beispielsweise Brigitte, Gala und Schöner Wohnen gehören, werden vermutlich Besuch der Prozessoptimierer bekommen, ist in Hamburg zu hören. Engagiert hat die Tempomacher aus Stuttgart G+J-Vorstandschef Bernd Buchholz himself, ist zu erfahren.
Der journalist notiert, dass das Wirken der Porsche-Berater in der Redaktion der Wirtschaftsmedien “nicht nur auf Gegenliebe” gestoßen sei. So sollen die Berater u.a. Formulare für Autoren-Briefings eingeführt haben und verlangt haben, Texte druckfertig zu machen, die erst in drei Wochen erscheinen. Nach MEEDIA-Infos soll es aber beispielsweise auch darum gegangen sein, die Zahl von Meetings und Redaktionskonferenzen zu reduzieren und die Telefonzeiten von Redakteuren zu erfassen. Man kann sich vorstellen, dass es zwischen den Beratern und den Redakteuren durchaus Reibungspunkte gab. Das dürfte erst recht gelten, wenn die smarten Berater auf die sehr selbstbewussten Redaktionen von Stern und Geo treffen. Die Arbeit bei den G+J-Wirtschaftsmedien war dem Vernehmen nach bereits Ende März erledigt. Federführung bei dem Projekt im Hamburger Großverlag hat der Berater und Porsche-Partner Till Friedrich.
Ein ausgewiesener Medienexperte ist Porsche Consulting bisher nicht. Auf der Homepage, die mit Fotos schnittiger Porsche-Sportwagen geschmückt ist, werden vor allem Kunden aus der Autobranche, der Luft- und Raumfahrtindustrie, dem Maschinenbau, der Pharmaindustrie und anderen Branchen genannt. Gruner + Jahr wird zusammen mit dem Küchenhersteller Poggenpohl, Schimmel Pianos und der Post unter der Rubrik “Andere Industrien” als einziges Medienunternehmen geführt.

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